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Der Irrtum der Gründungsberatung

Wenn jemand sich auf den Weg in die Selbständigkeit macht, kommt oftmals die Gründungsberatung ins Spiel.

Ich behaupte: Die Gründungsberatung demotiviert junge Gründer mehr, als sie nützt.

1. Die Fachleute in der Gründungsberatung sind in den seltensten Fällen selbst Unternehmer. Das sind Leute, die Gründer und deren Ideen nach einer bestimmten Liste abarbeiten.

2. Wird der Unternehmensidee meist viel zu wenig Beachtung geschenkt. Die jungen Gründungswilligen werden darauf hingewiesen, dass sie nun eine Reihe von Aufgaben zu erledigen haben. Sie sollen einen Businessplan schreiben, der möglichst fünf Jahre in die Zukunft reicht.

3. Spätestens wenn die Leute der Gründungsberatung dem jungen Visionär klar machen, dass er sich in Zukunft um solche Dinge wie Buchhaltung, Bilanzen, Steuern und Recht kümmern muss, wird diesem der letzte Zahn gezogen.

Wo liegt der Grund für diese Diskrepanz?

Menschen mit einer Idee wollen ihre Idee umsetzen, sie der Welt nutzbar machen. Diese Idee ist aber oftmals noch gar nicht ausgereift. Der erste Schritt wäre, sich um die Ausarbeitung dieses Ideenfundaments zu kümmern. Aber dafür sind die Leute in der Gründungsberatung nicht geschult. Aber wenn man die Idee nicht zu Ende denkt, nicht schaut, wie man sie optimieren kann, dann ist es so, wie wenn man ein Haus baut und auf Keller und Erdgeschoss verzichtet.

Die Berater sind darauf geschult gründungswilligen Menschen die Verwaltung ihres (noch nicht bestehenden) Unternehmens beizubringen. Aber dies käme eigentlich erst viel später dran. Und darüber hinaus kann das alles ausgelagert werden. Niemand muss seine Steuererklärung selbst machen. Dafür gibt es sehr viele sehr gut ausgebildete Steuerberater. Gründer sollten sich darauf konzentrieren, dass ihre Idee gut ausgereift ist.

Der Begriff Entrepreneuer im Englischen bezeichnet diesen Gründertypus. Ein Entrepreneur ist ein Mensch, der sich einer Idee verschrieben hat und diese in ein Unternehmen verwandeln möchte. Ein Unternehmer im deutschen Sprachgebrauch ist ein Manager, einer der das Unternehmen hauptberuflich verwaltet.

Das sind zwei grundverschiedene Dinge.

So lange die Gründerberatung in diesem Geist arbeitet, wird sie wahrscheinlich Gründungen eher verhindern als fördern.

Das liebe Geld

Mit Geld ist das immer so eine Sache, die einen reden nicht darüber, weil sie zu wenig haben und die anderen reden nicht darüber, weil sie viel haben. Dazwischen ist nicht viel. 

In Amerika habe ich das anders erlebt. Wenn jemand erzählt hat, was er beruflich macht, war meist die nächste Frage: „Und was verdienst Du dabei?“ Das war legitim und führte nicht zu beschämtem Schweigen. Es war einfach einer von vielen Punkten über die man spricht. 

Hier in Europa wird Geld mystifiziert. Es bekommt dadurch eine Bedeutung, die ihm nicht zusteht. Geld ist nichts anderes als ein Tauschmittel. Menschen sind weder gut noch schlecht, bloß weil sie viel oder wenig Geld haben. 

Geld sagt nichts über den Wert des Menschen aus

Aber die Art und Weise wie Geld uns zufließt, oder auch nicht, sagt etwas darüber aus, was wir über Geld denken. Wenn wir Geld für die Ursache allen Übels halten, wird es nicht in unsere Taschen fließen. Ebenso wenig wird es in unsere Taschen fließen, wenn wir uns (und somit unsere Leistung) zu gering einschätzen. 

Wenn wir dem Geld nachlaufen, läuft es uns davon

Aber wir machen wir das, dass es uns entgegen kommt? Wie schaffen wir es, selbst in Zeiten wo wir nur mit Müh und Not unsere Rechnungen bezahlen können, dem Thema Geld gegenüber positiv gestimmt zu bleiben?

Wenn wir uns draußen die Natur betrachten, so herrscht dort ein Überfluss der seines Gleichen sucht. Die Schöpfung hat kein Problem mit Überfluss. Wir Menschen dagegen schon. Ich habe meine Jugend in einer Zeit verbracht, in der das Establishment so ziemlich das letzte war, das man anstreben sollte, wenn man ein integrer Mensch bleiben wollte. 

Das habe ich verinnerlicht. Ob ich das wollte oder nicht. Und selbst wenn mein erwachsener Verstand heute sagt, dass das damals eine Protestbewegung war, so sind viele Sätze aus der damaligen Zeit in meinem Hirn noch aktiv. 

Das heißt für mich, ich muss heute gute Gründe (für mich!) finden, warum ich Geld verdienen möchte. Nicht nur, um einen ethischen Konsum führen zu können, sondern auch um heute die Freiheit zu haben, die ich damals zu haben glaubte. Meine Werte sind in vieler Hinsicht noch die gleichen wie damals, aber meine Lebenswege haben sich verändert. Und so sind sehr viele Glaubenssätze und Muster in uns aktiv. 

Unternehmer sind Ausbeuter

Auch dieser Glaubenssatz ist in vielen Menschen noch zu finden. Die Unternehmer – die da oben – sind Ausbeuter. Sie beuten andere Menschen aus, um sich selbst zu bereichern. Daher gründet man zwar ein Unternehmen, will aber in Wirklichkeit kein Unternehmer sein, weil man sich dadurch zu den Ausbeutern zählen müsste.

Das ist so viel wie: Dusch mich, aber mach mich nicht nass!

Wenn wir für uns den Weg zum Geldfluss finden wollen, ist es höchste Zeit mit den ganzen alten Glaubenssätzen aufzuräumen. 

Welche Sätze sind in Dir aktiv? Was verhindern sie?