Schlagwort-Archive: Kaizen

Noch einmal Kaizen

Kaizen ist eigentlich ein japanisches Management-Tool. Aber man kann es genau so gut für seinen Alltag anwenden. Da muss man nicht einmal bis ins letzte Detail der Kaizen Philosophie gehen. Im Grundsatz ist es nämlich ganz einfach:

Kaizen bedeutet: Stetige Verbesserung

Wir alle haben unsere Träume und Visionen (hoffentlich!) und befinden uns im Normalfall sehr weit weg vom Idealzustand. Bei vielen Menschen führt das dazu, dass sie im Träumen steckenbleiben, weil sie sich nicht vorstellen können, wie sie sich jederzeit so sehr verändern können, wie es notwendig wäre, um den Idealzustand zu erreichen. Es wirkt frustrierend und entmutigend.

Kaizen bietet die Lösung hierzu

Wenn wir uns überlegen, welcher kleine Schritt und täglich unserem Ziel ein kleines bisschen näher bringt, sind wir weiter wie fast alle unserer Mitmenschen. Die Zeit vergeht ja sowieso, ob wir uns in der Zeit positiv verändern oder noch träger, noch lustloser, noch mutloser werden, hängt ganz von uns ab.

Ein beliebtes Beispiel ist für mich die „Morgen-Diät“. Das ist die drastische Gewichtsreduktion, die ganz bestimmt morgen beginnt. Morgen wird alles anders sein. Wir werden morgen keinen Heißhunger auf Schokolade haben, wir werden uns morgen sicher nicht mit einem Berg Spaghetti vollstopfen. Das ist natürlich Quatsch. Wieso sollte morgen irgendetwas anders sein. Das Prinzip Kaizen macht Schluss mit diesen irrationalen Hoffnungen, sondern bringt uns in die Gegenwart.

Was kann ich heute tun?

Gehe ich heute mal 30 Minuten spazieren? Gehe ich vielleicht ab heute jeden Tag 30 Minuten spazieren? Und erhöhe ich nach ein paar Wochen auf 45 Minuten? Nehme ich mir heute nur die halbe Tafel Schokolade und die halbe Portion Spaghetti? All diese Entscheidungen werden über einen längeren Zeitraum Früchte tragen. Wir müssen nur die Hoffnung aufgeben, dass wir uns über Nacht verändern werden. Diese Hoffnung führt nämlich dazu, dass wir uns nie verändern.

Auch all die Menschen, die mit ihrem Haushalt auf Kriegsfuß stehen, profitieren von Kaizen. Räumen wir doch jeden Tag einen sehr kleinen Bereich auf. Aber wir tun es konsequent – jeden Tag. Nach ein paar Wochen oder Monaten ist es dann getan. Dann ist alles aufgeräumt und man fängt wieder von vorne an. Das alles passiert ohne Hauruck-Aktionen, ohne totale Erschöpfung.

Noch ein Beispiel: Der Schriftsteller der immer von seinem Roman träumt. Egal wie lange er davon träumt, so wird der Roman niemals ins Bücherregal kommen. Aber wenn der Schriftsteller jeden Tag auch nur 500 Worte schreibt, wird er nach ungefähr einem halben Jahr fertig sein.

Kleine Schritte, konsequent durchgeführt, führen zu großen Veränderungen

 

Die Philosophie des Kaizen

_FKE0172-r-2

Ich mag die japanische Philosophie des Kaizen. Das bedeutet, dass man jeden Tag ein wenig an sich arbeitet, jeden Tag sich selbst und seine Umgebung ein wenig verbessert. Das klingt einfach und ist es auch.

Kaizen ist der Weg zu dauerhafter Zufriedenheit

Während wir, hier im Westen, uns gerne umwerfende Veränderungen vornehmen, die möglichst rasch zu erfolgen haben, haben die Japaner nach dem Weltkrieg Kaizen entwickelt. Es wird sowohl in Unternehmen als auch im Alltag eingesetzt. Durch tägliche kleine Schritte kommt es im Lauf der Zeit zu großen Veränderungen. Man braucht dazu nur etwas Geduld und muss dranbleiben. Dann kann man auf diesem Weg sehr Großes bewirken.

Kaizen gegen die Angst vor Veränderung

Wenn wir uns große Veränderungen vornehmen, kann es durchaus sein, dass unser Bewusstsein das gut heißt. Aber wir wissen oft nicht, dass unter Unterbewusstsein diese Bemühung sabotiert.

Wächterfunktion des Unterbewusstseins

Unser Unterbewusstsein mag keine Veränderungen, denn die signalisiert Gefahr. Wenn wir uns zu viel auf einmal vornehmen, arbeitet unser Unterbewusstsein meist gegen uns, weil es uns vor dem Ungewissen beschützen will.

Wenn wir hingegen Kaizen praktizieren, nehmen wir dem Unterbewusstsein die Unsicherheit. Es merkt, dass nichts Gefährliches geschieht. Und somit wird es uns ab einem bestimmten Zeitpunkt auch unterstützen. Aus der anfänglichen Bemühung werden Gewohnheiten.

Kaizen als Weg durch den Advent

Wenn wir im Rückblick auf das – nahezu vergangene – Jahr feststellen, dass es in unserem Leben Verbesserungspotenzial gibt, dann können wir die allseits beliebten Neujahrsvorsätze heran ziehen, nach denen wir spätestens bis Ende Januar Riesenveränderungen eingeleitet haben, oder wir können bereits die Adventszeit nützen, uns in der Kunst der kleinen Schritte zu üben.

Wir können jeden Tag etwas aufräumen, jeden Tag an unserer beruflichen Vision arbeiten, jeden Tag ein paar Kalorien weniger zu uns nehmen, jeden Tag ein paar Wörter an unserem Buch schreiben. Jeden Tag ein wenig bringt im Lauf des Jahres ein großes Ergebnis.

Auf diesem Weg wird die Wahrscheinlichkeit des Gelingens sehr viel größer. 

Jedes Jahr stellen wir fest, wie schnell ein Jahr vergangen ist. Das ist unglaublich. Kaum war Silvestern, ist es schon wieder Advent.

Wenn wir jeden Tag des alten und des kommenden Jahres nützen, an unserem Ziel zu arbeiten, können wir nächstes Jahr auf etliche Erfolge zurück blicken – sehr viel wahrscheinlicher, als wenn wir uns kurzfristige und unrealistische Ziele setzen.