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Jede Tätigkeit kann beseelt werden

Wenn wir etwas mechanistisch tun, ist es nicht dasselbe, wie wenn wir es mit Hingabe und Liebe tun. Egal ob wir kochen, putzen oder im Garten arbeiten. Wenn wir dies widerwillig tun, werden wir niemals das gleiche Ergebnis erlangen, wie wenn wir unser Tun beseelen.

Oft haben gerade wir Mütter das Gefühl, dass wir uns im Kreis drehen. Gerade haben wir einen Riesenberg Wäsche gewaschen, getrocknet, gebügelt, aufgeräumt, schon liegt ein gleich großer Berg Wäsche erneut im Bad.

Mit dem Putzen ist es ganz ähnlich. War gestern alles sauber und ordentlich, herrscht heute ein großes Chaos. Wer will uns verübeln, wenn wir diese Aufgaben nur noch widerwillig angehen?

Widerwille blockiert uns 

Aber im Prinzip schaden wir uns mit dem Widerwillen nur selbst. Alles, was wir widerwillig tun, kostet uns viel mehr Energie, als Dinge, die wir gerne und mit Leichtigkeit tun.

Wie kann man Widerwillen in Hingabe verwandeln?

Manchmal gelingt es mir, die Arbeit, die rund um die Familie zu tun ist, als Liebesdienst an der Familie zu sehen. Dazu braucht es einen Willensimpuls. Ich muss ganz willentlich bereit sein, für meine Familie etwas zu tun. Und ich muss mir ganz willentlich vor Augen halten, wie viel mir meine Familie bedeutet.

Und immer wieder geht mir dabei der Abschnitt über die Arbeit aus „Der Prophet“ von Khalil Gibran durch den Kopf:

Über die Arbeit

Ein Landmann sagte: Sprich uns von der Arbeit.
Und er antwortet und sagte: Ihr arbeitet, um mit der Erde und der Seele der Erde Schritt zu halten. Denn müßig sein heißt, den Jahreszeiten fremd zu werden und auszuscheren aus dem Lauf des Lebens, das in Würde und stolzer Umgebung der Unendlichkeit entgegenschreitet. Wenn ihr arbeitet, seid ihr eine Flöte, durch deren Herz sich das Flüstern der Stunden in Musik verwandelt. Wer von euch wäre gern ein Rohr, stumm und still, wenn alles andere im Einklang singt?
Es ist euch immer gesagt worden, Arbeit sei ein Fluch und Mühsal ein Unglück. Aber ich sage euch, wenn ihr arbeitet, erfüllt ihr einen Teil des umfassendsten Traums der Erde, der euch bei der Geburt dieses Traums zugeteilt worden ist. Und wenn ihr Mühsal auf euch nehmt, liebt ihr das Leben wahrhaft, und das Leben durch Mühsal zu lieben, heißt mit dem innersten Geheimnis des Lebens vertraut zu sein. Aber wenn ihr in eurem Schmerz die Geburt ein Leid nennt und die Erhaltung des Fleisches einen Fluch, der euch auf die Stirn geschrieben steht, dann erwidere ich, dass nur der Schweiß auf eurer Stirn das wegwaschen wird, was geschrieben steht.
Es ist euch auch gesagt worden, das Leben sei Dunkelheit, und in eurer Erschöpfung gebt ihr wieder, was die Erschöpften sagten. Und ich sage, das Leben ist in der Tat Dunkelheit, wenn der Trieb fehlt, und aller Trieb ist blind, wenn das Wissen fehlt. Und alles Wissen ist vergeblich, wenn die Arbeit fehlt. Und alle Arbeit ist leer, wenn die Liebe fehlt. Und wenn ihr mit Liebe arbeitet, bindet ihr euch an euch selber und an einander und an Gott. Und was heißt, mit Liebe arbeiten?
Es heißt, das Tuch mit Fäden weben, die aus euren Herzen gezogen sind, als solle euer Geliebter dieses Tuch tragen. Es heißt, ein Haus mit Zuneigung bauen, als solle eure Geliebte in dem Haus wohnen. Es heißt, den Samen mit Zärtlichkeit säen und die Ernte mit Freude einbringen, als solle euer Geliebter die Frucht essen. Es heißt, allen Dingen, die ihr macht, einen Hauch eures Geistes einflößen. Und zu wissen, dass die selig Verstorbenen um euch stehen und zusehen.
Oft habe ich euch sagen hören, als sprächet ihr im Schlaf: „Der mit Marmor arbeitet und im Stein die Gestalt seiner Seele wiederfindet, ist edler als der, der den Boden pflügt. Und der den Regenbogen ergreift, um ihn auf einer Leinwand zum Ebenbild des Menschen zu machen, ist mehr als der, der die Sandalen für unsere Füße macht.“ Aber ich sage nicht im Schlaf, sondern in der Überwachheit der Mittagsstunde, dass der Wind zu den riesigen Eichen nicht süßer spricht als zum geringsten aller Grashalme. Und der allein ist groß, der die Stimme des Windes in ein Lied verwandelt, das durch seine Liebe noch süßer wird.
Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe. Und wenn ihr nicht mit Liebe, sondern nur mit Widerwillen arbeiten könnt, lasst besser eure Arbeit und setzt euch ans Tor des Tempels und nehmt Almosen von denen, die mit Freude arbeiten. Denn wenn ihr mit Gleichgültigkeit Brot backt, backt ihr ein bitteres Brot, das nicht einmal den halben Hunger des Menschen stillt. Und wenn ihr die Trauben mit Widerwillen keltert, träufelt eure Abneigung ein Gift in den Wein. Und auch wenn ihr wie Engel singt und das Singen nicht liebt, macht ihr die Ohren der Menschen taub für die Stimmen des Tages und die Stimmen der Nacht

Das neue Jahr inspiriert beginnen

Freude am Beruf

Nach einer kreativen Schaffenspause auf dieser Seite, starte ich nun wieder inspiriert ins neue Jahr.

Ich habe mir über die Rauhnächte viele Gedanken gemacht, über den Sinn oder Nicht-Sinn des richtigen Berufes, der richtigen Tätigkeit.

Was vermitteln wir unseren Kindern über das Thema Beruf?

Ich denke, es ist auch ganz wichtig in der Art, wie wir mit dem Thema „Beruf“ umgehen, darauf zu achten, was wir hierzu unseren Kindern vermitteln.

Was ist unser Bild unserer Berufstätigkeit? Ist es ein Joch, das wir tragen? Halten wir dies für unveränderlich?

Oder sind wir glücklich, weil wir durch unsere Tätigkeit anderen Menschen oder der Welt dienen können?

Ich denke, es ist gar nicht so wichtig WAS wir tun, sondern es ist viel wichtiger, WIE wir es tun.

Sind wir freudig dabei, oder hegen wir einen Groll gegen Kollegen und Chef oder Geschäftspartner? Was hören unsere Kinder über unseren Beruf?

Eines ist sicher: Wir prägen unsere Kinder hinsichtlich ihrer Berufstätigkeit, indem sie hören, wie wir über unsere Berufstätigkeit sprechen!

Nichts prägt ein Kind mehr, als die ewig wiederkehrenden Sätze genervter Eltern. Wenn die Mutter oder der Vater nach Hause kommt und sich voller Wut und Hass über die „Trottel auf der Arbeit“ aufregen.

Wie angenehm sind hingegen Eltern, die Begeisterung und Leidenschaft für ihre Arbeit aufbringen können und diese auch zeigen.

Viele berühmte Menschen wurden durch die Begeisterung und die Leidenschaft ihrer Eltern überhaupt auf ihre Laufbahn vorbereitet. Und da ist es ganz egal WAS wir machen. Wenn wir es nur gerne tun.

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Tag 4-7 der Challenge

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Auch wenn ich nicht täglich darüber geschrieben habe, hat sich auf meinem Weg durch die Challenge Einiges für mich verändert. Erst dachte ich, ich mache einfach nur Commitments mit mir selbst, damit ich etwas zu berichten habe.

Aber im Lauf der letzten Tage hat sich allerhand Neues heraus kristallisiert. Ich schreibe ja schon seit vielen Jahren. Aber meist nur die ersten zwei Drittel eines Buches. Dann breche ich ab und fange ein Neues an. Warum? Ich habe in den letzten Tagen intensiv darüber nachgedacht. Wahrscheinlich, weil ich den Realititäts-Check fürchte. Meine Anforderungen als Viel-Leser sind immens hoch. Und immer wieder komme, bzw. kam ich an einen Punkt, wo ich mein Geschriebenes so sehr in Frage stellte, dass ich lieber abgebrochen habe, statt einfach zu Ende zu schreiben.Damit ist jetzt Schluss!

Die Quintessenz aus meiner (noch nicht beendeten) Challenge lautet:

Ich schreibe jetzt eines nach dem anderen dieser Bücher fertig. Ich nutze das Amazon KDP Programm und stelle sie einfach ins Netz. Dazu habe ich mir in den letzten drei Tagen einen detaillierten Plan ausgearbeitet.

Ich muss täglich 1500 Wörter schreiben

Ich darf kein neues Buch beginnen, bevor nicht eines der alten fertig ist.

Ich akzeptiere auch Misserfolge

Ich nehme mir nicht vor, den zweiten Harry Potter zu schreiben, sondern akzeptiere, dass jedes fertige Buch bereits ein Erfolg ist. Wenn es dann noch der eine oder andere lesen möchte, umso besser.

Die Krux mit den hohen Erwartungen an sich selbst

Ich vermute, dass das die Hauptblockade ist: Wir stellen zu hohe Erwartungen an uns selbst. Es gibt immer einen, der unser geplantes Projekt schon viel besser gemacht hat.

Aber wenn wir nicht dran bleiben, dann werden wir auch nie richtig gut werden. Diejenigen, die Riesenerfolge eingefahren haben, mussten ebenso an sich arbeiten. Sind auch durch die Täler der Selbstzweifel und Misserfolge gegangen. Und eines Tages – meist als sie gar nicht mehr damit gerechnet haben – kam der Erfolg.

Erfolg ist das Ergebnis von Arbeit und Inspiration

Es träumt sich so schön vom Erfolg über Nacht. Aber bei genauer Betrachtung hatte niemand wirklich Erfolg von heute auf morgen. Weil ich das Beispiel Harry Potter oben schon genannt habe. J.K. Rowling hat Jahre einsam vor sich hingeschrieben. Sie hat Unmengen Absagen von Verlagen und Agenten erhalten. Aber sie ist dran geblieben. Das waren harte, entbehrungsreiche Jahre.

Was uns von den Medien immer wieder erzählt wird, ist die Geschichte, wie J.K. Rowling im Zug saß und plötzlich die ganze Story vor ihrem geistigen Auge erschien. Das glaube ich gerne. Was aber öfter nicht erwähnt wird, ist die Zeit zwischen diesem Moment und dem Moment des Erfolgs, der ja erst nach dem Erscheinen des dritten Bandes so richtig in Erscheinung trat. Dazwischen lag Arbeit: Wort für Wort, Korrektur für Korrektur….

Das ist bisher die Quintessenz meiner Challenge: Ich werde schreiben. Tag für Tag, Wort für Wort. Und wenn es nur ist, damit ich mit eines Tages nicht den Vorwurf machen muss, dass ich es nicht einmal ernsthaft versucht habe.

Ich wünsche Euch weiterhin einen schönen Sommer und melde mich spätestens am Mittwoch, dem zehnten und letzten Tag meiner Challenge wieder.