Kinderwelt

Der schönste Tag seines Lebens

Gestern Abend beim Ins-Bett-bringen sagte meine kleiner Sohn, dass dies der schönste Tag seines Lebens gewesen sei.

Ich fragte ihn, was denn so schön gewesen war und er erzählte:

„Zuerst hatten wir das tolle Schulsportfest und dann sind wir bis zum Schluss im Schwimmbad gewesen und alle meine Freunde waren dort.“

Als ich das hörte, fühlte ich mich ein wenig beschämt, denn das Schulsportfest hatte mich seit Tagen genervt, weil ich wusste, dass ich an dem Tag mit meiner Arbeit nicht weiter kommen würde. Und ich war mürrisch deshalb. Und den Schwimmbad-Besuch hatte ich nur angehängt, weil ich mir erhoffte, mich dort vom lauten Trubel des Schulsportfestes etwas erholen zu können.

Wie anders war die Wahrnehmung meines Sohnes. Er hatte den Tag in vollen Zügen genossen und er war mir sogar richtig dankbar.  Ich habe dann noch eine ganze Weile darüber nachgedacht, weil mir seine Dankbarkeit so unverdient vorkam.

Wie einfach es doch ist, eine Kinderseele zu erfreuen. Und wie schwierig ich als Erwachsene manchmal bin, weil ich nicht dahin schaue, was gut ist, sondern weil ich dem nachtrauere, was nicht ist.

In dem Fall habe ich meiner verlorenen Arbeitszeit nachgetrauert.

Und wenn ich das nun rückblickend betrachte, werde ich mich noch in Jahren und Jahrzehnten daran erinnern, wie das kleine Gesichtchen gestrahlt hatte gestern Abend.

Würde ich mich auch daran erinnern, wenn ich gestern viel gearbeitet hätte?

 

 

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