Happy Home

Unser Zuhause ist unser erweitertes Ich

Am Zustand unseres Zuhauses erkennen wir meist sehr genau (und Andere leider auch), wie es um uns bestellt ist.
Wenn das ganze Haus, die ganze Wohnung chaotisch und vollgemüllt ist, ist es unser Kopf meist auch.

Für Mompreneurs gilt der Grundsatz: Delegieren, delegieren, delegieren
Happy_Home_1Happy_Home_2

Wenn ich einen klaren Kopf brauche, hilft es mir oft, wenn ich anfange, mein Haus aufzuräumen. Aber das klingt einfacher als es ist. Wenn der Kopf im Chaos ist, und das Haus im Chaos ist, dann ist es manchmal schwer, einen Anfang zu finden.

Mir hilft es dann, wenn ich mit einer kleinen Ecke beginne. Das schlimmste, was man dann tun kann (ich spreche aus Erfahrung!) ist, dass man einen generalstabsmäßigen Großputz plant und alle Schubladen ausräumt, alle Räume in Angriff nimmt. Das endet dann meist mit noch mehr Chaos und akuten Unlustgefühlen auf dem Höhepunkt der Unordnung.

Chaos = Kreativität?

Eine beliebte Ausrede kreativer Menschen ist, dass sie das Chaos für ihre Kreativität brauchen. Aber es stimmt in den meisten Fällen nicht. Auch ein kreativer Mensch kann wesentlich klarer und besser arbeiten, wenn zumindest eine Grundordnung besteht. Die darf ruhig weniger akribisch sein als bei anderen Menschen, aber sie sollte erkennbar sein.

Hilfe! Buchhaltung!

Ein erster wichtiger Schritt ist, zu erkennen, was uns am meisten belastet. Bei mir ist es Papierkram in jeglicher Form. Ich schaffe es mit schöner Regelmäßigkeit meine Buchhaltung in so einen chaotischen Zustand zu versetzten, dass es kurz vor Quartalsende ein Kraftakt ist, diese in eine halbwegs chronologische Form zu bringen. Um dies zu verbessern habe ich mir nun kleine Hilfestellungen eingebaut.

1. unbezahlte Rechnungen kommen auf einen Stapel
2. wenn ich Rechnungen überweise, dann stecke ich sie mit Datum versehen in eine Klarsichthülle
3. Handkassenbelege kommen auch in eine Klarsichthülle
4. Alle Kontoauszüge, Bankdaten etc. sind in einem extra Ablagefach

Das ist zwar immer noch ziemlich unordentlich, erleichtert mir die Arbeit aber enorm und es fühlt sich für mich geordnet an. Das genügt.

Weg vom großen Ideal

Für mich hat es sich bewährt, dass ich vom großen Ideal wegkomme und mir ein System überlege, wie ich meine Arbeit so gestalten kann, dass sie sich für mich bewältigbar anfühlt. Am schlimmsten ist es, wenn man ein großes Ideal im Kopf hat und von diesem so weit entfernt ist, dass man gar nicht mehr versucht, es zu erreichen. Und man muss sich auch nicht an anderen Menschen orientieren. Wenn man nicht der Typ ist, der jeden Tag Staub feudelt, dann muss man das auch nicht tun. Aber wenn die horizontalen Flächen eine so dicke Staubschicht aufweisen, dass man sie locker beschriften kann, feudelt man zu selten. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Und jeder muss sein persönliches Maß finden.

Schreibtisch aufräumen

Mein Schreibtisch hat die Angewohnheit immer wieder unter einem einem Riesenberg Papier zu verschwinden. Ich habe folgende Gegemmaßnahmen ergriffen:
– einen deutlich kleineren Schreibtisch gewählt, daher bin ich öfter gezwungen, ihn zu sortieren
– ich sortiere ihn häufiger und oft einfach auch mal zwischendurch – das heißt, es ist kein tagesfüllendes Programm mehr
– ich habe eine überschaubare Anzahl Ablagefächer aufgestellt, in die nur das Wichtigste kommt

Allgemeines Gerümpel

Gerade in einem Haushalt mit Kindern sammelt sich rasch eine Menge Zeug an, das man zwar nicht braucht, aber auch nicht wegschmeißen möchte. Ich denke da an diverse Bastelarbeiten der Kinder. Ich suche mir die Schönsten aus und gebe ihnen einen Platz an der Wand oder auf einer – dafür definierten – Kommode. Dort mache ich für einige Zeit eine Ausstellung. Dann gibt es noch eine Kiste, worin die besonders schönen Stücke aufbewahrt werden. Der Rest kommt weg. Es tut mir bei jedem einzigen Kunstwerk meiner Kinder leid, aber ich kann sie unmöglich alle aufbewahren.

Eine Tüte am Tag

Ich versuche zumindest an vier Tagen pro Woche eine Tüte Dinge loszuwerden. Entweder Kinderklammotten, die ich verschenke, oder Klamotten, die in den Altkleidercontainer wandern. Manchmal sortiere ich Küchenutensilien aus, die keiner braucht.

Geschenke, die nicht gefallen

Werfe ich ausnahmslos weg oder verschenke sie weiter. Ich habe früher immer viel Rücksicht auf den Schenkenden genommen und hatte das Gefühl, dass ich denjenigen verletze, wenn ich die Geschenke nicht behalte. Aber ganz ehrlich: Nimmt ein Schenkender Rücksicht auf mich und meinen Geschmack, wenn er mir etwas schenkt, dass gar nicht zu meinem Stil passt?

Bücher

Das ist ein Thema, das ich nur durch einen E-Book-Reader in den Griff bekommen habe. Nachdem sich hier annähernd 2000 Bücher stapeln und es nahezu täglich mehr wurden, habe ich auf E-Books umgestellt. Das war am Anfang befremdlich, da ich ein großer Freund schöner Papierbücher bin. Nachdem ich nun mittlerweile aber über 700 Bücher auf dem Reader gespeichert habe und der immer noch nicht mehr Platz braucht als früher, bin ich damit sehr glücklich.

Das Zuhause als Ort des Retreats und der Arbeit?

Die Frage, die sich auch oft stellt, ist: Wo in meinem Zuhause soll der Arbeitsplatz sein? Ich zum Beispiel habe durchaus die Möglichkeit in einem eigenen Arbeitszimmer zu arbeiten, tue es aber nicht. Für mich hat es sich bewährt, mir einen kleinen Arbeitsplatz im Wohnzimmer zu machen, an dem ich die tagtägliche Schreibarbeit verrichte. Das Arbeitszimmer brauche ich eher für Besprechungen, Coachings und als Archiv. Da meine Kinder tagsüber in der Schule sind, bin ich auch im Wohnzimmer ungestört. Und wenn die Familie zuhause ist, fällt es mir leichter, mal schnell noch eine begonnene Arbeit zu beenden, wenn sie in Sichtweite ist.

Trennung zwischen Arbeit und Privatleben?

Das ist aber nicht für Jeden das Richtige. Viele Menschen wollen mehr trennen zwischen Arbeit und Privatleben. Dann ist es besser, wenn man alle Arbeitsutensilien in einem Arbeitszimmer hat und man kann die Tür schließen.
Wieder andere haben gar kein Arbeitszimmer.

Es gibt viele Kriterien, die für oder gegen ein Arbeitszimmer sprechen:

Pro:

– es liegen keine Arbeitsutensilien im Wohnbereich herum
– man ist meist ungestörter (vor allem wenn die Kinder noch sehr klein sind)
– es macht einen professionelleren Eindruck, wenn man Kunden und/oder Geschäftspartner empfängt. (Hierbei kommt es auch sehr auf die Art der Arbeit an)
– man „geht“ quasi zur Arbeit, wenn man das Arbeitszimmer betritt

Contra:

– es ist kein freier Raum verfügbar
– man blockiert einen freien Raum
– man erledigt viele Dinge nicht so rasch, weil man es vermeidet, ins Arbeitszimmer zu gehen
– man fühlt sich alleine und von der Familie abgeschnitten

Sicher gibt es noch eine Vielzahl weiterer Argumente. Das sind gerade mal die, die bei mir im Lauf der Zeit aufgetaucht sind.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s