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Verzicht auf Copyright

Dieses Thema ist Teil meiner Philosophie, deshalb widme ich ihm eine eigene Seite.

Texte sind wie Handtaschen alter Damen?

Da ich auch beruflich Texte schreibe, war das Copyright für mich immer etwas Selbstverständliches. Man darf anderer Leute Texte ebenso wenig klauen, wie alten Damen die Handtaschen.
Das ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Aber wie ist das in der Praxis? Wenn ich einen Artikel schreibe, lasse ich mich auch von anderen Texten inspirieren. Manchmal übernehme ich sogar Teilsätze wörtlich, aber meist formuliere ich es in meinen eigenen Worten. Manchmal ist das gut, ein andermal hätte ich lieber den Originalsatz verwendet – weil er besser war.
Das könnte ich in manchen Fällen sogar tun, wenn ich es als Zitat kenntlich mache und mit ordentlicher Quellenangabe. Das ist anstrengend. Daher lasse ich es meist.

Ist kostenloser Content wertlos?

In einem bekannten Autorenforum las ich vor Kurzem sinngemäß den Satz: „Menschen, die ihre Texte verschenken, halten ihre Arbeit für wertlos.“
Dieser Satz hat mich lange beschäftigt. Ist das so? Halte ich meine Arbeit für wertlos, nur weil ich sie kostenlos zur Verfügung stelle? Dann müssten alle Blogger dieser Welt ihre Arbeit für wertlos halten. Das ist doch ein Zeichen echter Engstirnigkeit. Vielleicht verzichte ich auf Copyright weil ich meine Arbeit sogar für sehr wertvoll halte und möchte, dass möglichst viele Menschen meine Texte erreichen?

Alte Internetkultur

Früher hatten Menschen eine Webseite. Dort haben sie hinein geschrieben, was sie alles können und für was sie nicht alles gut sind. Wenn man mehr wissen wollte, musste man zumindest seine Email Adresse hinterlassen, damit man in eine Datenbank der potentiellen Kunden aufgenommen werden konnte. Dann bekam man mehr Information – vielleicht. Vielleicht musste man auch bereits ein erstes (kostenpflichtiges?) Beratungsgespräch buchen. Dann war man schon richtig „in den Fängen“.

Wie geht das mit dem Geld verdienen?

Und wie kann ich dann Geld verdienen? In unserer Internetkultur hat sich in den letzten Jahren Einiges verändert. Abertausende von Bloggern haben die Marketingkultur im Netz revolutioniert.
Die Leser haben nun die Möglichkeit einen Großteil der Informationen vorab und völlig kostenlos zu erhalten. Sie müssen nicht einmal ihre Email Adresse angeben.
Und wenn man dann stunden-, tage-, wochen- oder sogar monatelang gelesen hat, kann man sich ein Ebook bestellen oder einen online Kurs oder sonst was. Das fühlt sich frei an. Und aus meiner Sicht funktioniert das auch. Es macht den Kunden mündig und schenkt Vertrauen.

Alte versus neue Internetkultur

Während man in der alten Internetkultur dem Kunden so wenig wie möglich kostenlos gegeben, dafür aber alle Register gezogen hat um ihn zu „binden“, ist nun der Kunde frei und man vertraut darauf, dass er eines Tages die Leistung honorieren wird.
Alles was Menschen tun, sollte aus Freiwilligkeit geschehen.
Daher dürft Ihr, liebe Leserinnen, alles was ihr hier auf meiner Seite findet für Euch verwenden. Wenn Ihr nett sein wollt, setzt einen Link zu meiner Seite. Wenn ich das nicht tun wollt, dann lasst Ihr es.

Man kann nichts stehlen, wenn man es geschenkt bekommt

Es wird viel gespochen und geschrieben über Internet-Piraterie. Und es werden sich sicher Menschen melden, die mir unterstellen, dass ich dem Vorschub leiste. Aber ich sehe das anders, ich nenne es Teilen.

Nicht meine Erfindung

Übrigens habe ich diese Philosophie nicht erfunden. Seit Längerem lese ich regelmäßig das wunderbare Blog von Leo Babauter: Zenhabits

Dort habe ich diese Philosophie gefunden. Und es hat sich für mich sofort völlig richtig angefühlt.
In diesem Sinne:
Weiterhin viel Spaß beim Lesen
Manuela