Archiv der Kategorie: Basis und Idee

Hier findest Du alles rund um das Thema Ideen-Findung und Unternehmens-Ideen

Grundsatzgedanken zur Selbständigkeit

In letzter Zeit habe ich immer öfter darüber nachgedacht, dass Selbständigkeit nirgendwo gelehrt wird. Wir schicken Kinder zwar in Wirtschaftsschulen und lassen sie BWL studieren aber Entrepreneurship lernen sie dabei nicht.

Und Details über den wichtigsten Aspekt (aus meiner Sicht!) des Entrepreneurships – das Social Entrepreneurship erfahren sie, wenn überhaupt, nur ganz am Rande.

Warum lernen wir den jungen Menschen eigentlich nicht das, was lebensnah ist? Wie sie eine gute Idee kreieren und aufbereiten, sodass es ein Business-Konzept werden kann? Warum stopfen wir sie voll mit Wissen, das man ganz leicht zukaufen kann?

Dieses Dilemma erinnert mich daran, dass man zwar Literatur und Germanistik studieren kann, aber bei uns, im deutschsprachigen Raum, keinerlei Angebote für kreatives Schreiben findet. Wir lernen, wie wir die Werke anderer Menschen zerlegen und analysieren können, aber wir lernen nicht, wie wir selbst welche produzieren können.

Und das gleiche Phänomen haben wir mit der Wirtschaft. Ich finde das fatal, weil wir dadurch ein riesiges Potenzial an möglichen jungen Unternehmern eher abschrecken als sie zu ermutigen und zu ermächtigen.

Die Vision sehr genau ausarbeiten

Immer wieder erkenne ich auch bei mir Verhaltensmuster, dass ich einen Gedanke andenke und dann verfolge, obwohl ich die Idee noch gar nicht ganz zu Ende gedacht habe. Das ist fatal, denn wenn ich bereits Wochen oder Monate an einem Projekt gearbeitet habe und mir dann erst auffällt, dass es mir eigentlich so gar nicht liegt, nicht gefällt, oder dass es einfach nicht umsetzbar ist, fühle ich mich wie ein Versager.

Daher für die Schnellen unter uns: Ideen gehören zu allererst zu Ende gedacht!

Ich weiß, es gibt auch die Menschen, die vor lauter Denken nicht ins Tun kommen, aber das ist ein anderes Problem. Ich schreibe jetzt für die, die sich so leicht von ihrer Begeisterung mitreißen lassen.

Wie kann man Fehlschläge vermeiden?

1. Die Idee in Ruhe bis zum Ende durchdenken.

a) Wie sieht die Tätigkeit im Alltag aus – auch wenn ich sie schon tausend Mal gemacht habe? Macht sie dann immer noch Freude?

b) Gibt es einen reellen Markt für meine Idee?

c) Habe ich eine Chance meine Zielgruppe zu erreichen?

d) Hat diese Idee Entwicklungspotential?

Ich finde den letzten Punkt am wichtigsten. Wenn ich eine Idee verfolge, die keinerlei Entwicklungspotential hat, dann kann es (und wird es auch) passieren, dass mir die Sache schon sehr bald langweilig wird. Und wenn das Entwicklungspotential für mich keine Herausforderung darstellt, dann passiert dies auch.

Ich will es an einem einfachen Beispiel verdeutlichen:

Angenommen, ich bin eine wahnsinnig gute Strickerin und ich stricke tolle Socken und verkaufe die bei Ebay, Dawanda, Etsy…etc. Wenn ich das tausendste Paar Socken gestrickt habe, wird es langweilig werden, selbst wenn sich dieses Produkt gut und lukrativ verkauft. Wenn nun das einzige Entwicklungspotential darin liegt, dass ich mir LohnstrickerInnen suche, die mehr von diesen Socken stricken, wird meine Aufgabe bald nur noch in der Verwaltung, dem Marketing und der Abwicklung liegen. Es könnte Menschen geben, für die dies passt. Aber bei den meisten wird es nun problematisch, weil sie ja doch stricken wollen.

Wenn aber das Potential darin liegt, dass ich nicht nur Socken, sondern auch Röcke, Pullover, Mützen stricke, dann kann das wesentlich motivierender sein. Dann wird in mir ein inneres Potential geweckt, das mir ermöglicht an der Aufgabe zu wachsen.

Das meine ich mit dem Entwicklungspotential.

Darüber muss ich mir im Vorfeld Gedanken machen, wenn ich beabsichtige, dieser Idee eine längere Zeit nachzugehen.

Das Problem, das sich bei den meisten Ideen findet ist nämlich das: Wenn ein Unternehmen größer wird, dann wird der Gründer sehr häufig vom Innovator zum Bewahrer und das ist aus meiner Sicht der Grund, warum das oft schief geht.

Daher macht es Sinn, wenn ich meine Idee nicht nur im Hinblick auf möglichen Misserfolg, sondern auch im Hinblick auf möglichen Erfolg durchleuchte.

Der Irrtum der Gründungsberatung

Wenn jemand sich auf den Weg in die Selbständigkeit macht, kommt oftmals die Gründungsberatung ins Spiel.

Ich behaupte: Die Gründungsberatung demotiviert junge Gründer mehr, als sie nützt.

1. Die Fachleute in der Gründungsberatung sind in den seltensten Fällen selbst Unternehmer. Das sind Leute, die Gründer und deren Ideen nach einer bestimmten Liste abarbeiten.

2. Wird der Unternehmensidee meist viel zu wenig Beachtung geschenkt. Die jungen Gründungswilligen werden darauf hingewiesen, dass sie nun eine Reihe von Aufgaben zu erledigen haben. Sie sollen einen Businessplan schreiben, der möglichst fünf Jahre in die Zukunft reicht.

3. Spätestens wenn die Leute der Gründungsberatung dem jungen Visionär klar machen, dass er sich in Zukunft um solche Dinge wie Buchhaltung, Bilanzen, Steuern und Recht kümmern muss, wird diesem der letzte Zahn gezogen.

Wo liegt der Grund für diese Diskrepanz?

Menschen mit einer Idee wollen ihre Idee umsetzen, sie der Welt nutzbar machen. Diese Idee ist aber oftmals noch gar nicht ausgereift. Der erste Schritt wäre, sich um die Ausarbeitung dieses Ideenfundaments zu kümmern. Aber dafür sind die Leute in der Gründungsberatung nicht geschult. Aber wenn man die Idee nicht zu Ende denkt, nicht schaut, wie man sie optimieren kann, dann ist es so, wie wenn man ein Haus baut und auf Keller und Erdgeschoss verzichtet.

Die Berater sind darauf geschult gründungswilligen Menschen die Verwaltung ihres (noch nicht bestehenden) Unternehmens beizubringen. Aber dies käme eigentlich erst viel später dran. Und darüber hinaus kann das alles ausgelagert werden. Niemand muss seine Steuererklärung selbst machen. Dafür gibt es sehr viele sehr gut ausgebildete Steuerberater. Gründer sollten sich darauf konzentrieren, dass ihre Idee gut ausgereift ist.

Der Begriff Entrepreneuer im Englischen bezeichnet diesen Gründertypus. Ein Entrepreneur ist ein Mensch, der sich einer Idee verschrieben hat und diese in ein Unternehmen verwandeln möchte. Ein Unternehmer im deutschen Sprachgebrauch ist ein Manager, einer der das Unternehmen hauptberuflich verwaltet.

Das sind zwei grundverschiedene Dinge.

So lange die Gründerberatung in diesem Geist arbeitet, wird sie wahrscheinlich Gründungen eher verhindern als fördern.

Demotivation als Anschubkraft

Ja, richtig gelesen.

Demotivation als Anschubkraft ist nur ein scheinbarer Widerspruch. Denn wo sich heute Demotivation breit macht, muss ja irgendwann einmal Motivation gewesen sein.

Sich dem Gefühl der Demotivation stellen

Gerade jetzt, wenn die Sonne wieder scheint (okay, heute nicht), haben viele Menschen das Gefühl, vollkommen demotiviert zu sein, das zu tun, was sie zum Broterwerb tun müssen. Viel lieber würde man doch mit den Kindern ins Schwimmbad gehen. Stattdessen fährt man in Büros, die geprägt sind von schweißtreibenden Gemeinheiten von Architekten (ich meine Glasfronten), die teilweise nicht einmal zu verdunkeln sind.

Man versucht, trotz des gleisenden Sonnenlichts die Buchstaben auf dem Bildschirm zu entziffern und übt sich darin, die Hitze möglichst zu ignorieren.

Wenn man nicht gerade zur Berufsgruppe der Lehrer gehört, kommt zusätzlich noch das Betreuungsproblem für die Kinder auf einen zu.

Was hat das nun mit Demotivation als Anschubkraft zu tun?

Das möchte ich gerne weiter ausführen. Diese Momente, in denen einen bewusst wird, dass man eigentlich wie ein Lemming dem tagtäglichen Trott folgt, sind wunderbare Momente, sich zu überlegen, ob man nicht aus dem Strom ausscheren möchte.

Ja, und viele denken jetzt: „Ach, das ist einfacher gesagt, als getan.“ Genau! Das stimmt! Natürlich ist es einfacher gesagt (der geschrieben) als getan. Aber am Anfang steht der Wunsch. Dem Wunsch folgt der Gedanke. Dem Gedanken folgt die Vision, Der Vision folgt der Plan. Dem Plan folgt die Handlung.

Ein Schritt nach dem anderen

Es geht nicht darum, heute oder morgen, oder spätestens am Montag das Handtuch zu werfen. Sondern es geht darum, das leidige Gefühl der Demotivation, das Gefühl des Ausgeliefertseins einmal bewusst wahrzunehmen. Daraufhin kann man träumen, dann kann man noch mehr träumen, dann kann man Ideen sammeln, dann kann man Pläne schmieden….Und vielleicht, eines Tages, geht man zur Umsetzung.

Sein Leben neu zu denken ist ein Prozess

Wenn man beginnt sein Leben neu zu denken, setzt man Prozesse in Gang. Sobald man einmal die nagende Stimme im Inneren erhört, ihr Raum und Zeit zugestanden hat, passiert etwas. Plötzlich kommt ein Puzzleteil nach dem anderen ins Spiel und Möglichkeiten tun sich auf.

Sein berufliches Leben zu verändern ist kein Spaziergang

Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Wenn man sich entschlossen hat, niemals mehr etwas zu tun, was man nicht mit ganzem Herzen tun möchte, kommt nicht unbedingt zuerst der große Durchbruch. Das passiert nur ganz wenigen Menschen. Ich kennen keinen. Was zuerst kommt, ist ein Herumeiern, ein Suchen, ein Ausprobieren, ein Scheitern, ein neuer Versuch, ein kleiner Erfolg, dann lange nichts, dann wieder ein kleiner Erfolg, dann wieder ein Rückschlag….usw.

Aber das ist normal. Und wenn man sich die Erfolgsgeschichten vieler großer Menschen anschaut, dann hat diese Phase oft zehn oder noch mehr Jahre gedauert. Für die Öffentlichkeit wirkte es dann oft wie ein Erfolg über Nacht. Die lange Zeit davor hat ja niemand wahrgenommen.

Was haben erfolgreiche Menschen gemeinsam?

Erfolgreiche Menschen haben eines gemeinsam: Sie haben ein Ziel, eine Vision. Sie hatten eines Tages den Mut, den ersten Schritt zu tun um dieses Ziel zu verfolgen. Sie haben sich nicht von Misserfolgen, Rückschritten und Schwierigkeiten aufhalten lassen. Sie sind ihrem Ziel gefolgt, auch wenn es unbequem war. Sie sind ihren Weg gegangen, auch wenn sie oft Hohn und Spott ihrer Umgebung ertragen mussten.

Und eines Tages kam der Durchbruch

Eines Tages wurde das Manuskript von einem Verlag veröffentlicht und wurde zum Bestseller. Eines Tages haben sie einen Weg gefunden, ihre Erfindung zu produzieren. Eines Tages wurde ihre Methode erfolgreich. Eines Tages…….

Demotivation als erster Schritt

Aber bis dieser lang ersehnte erste Tag gekommen war, waren viele kleine Einzelschritte notwendig. Erfolgreiche Menschen waren auch eines Tages an dem Punkt, an dem sie die Entscheidung treffen mussten, sich ihrem Ziel zu widmen. Oftmals haben sie das neben ihrem Brotberuf gemacht. Die meisten Schriftsteller waren Vollzeit erwerbstätig, während sie ihre ersten Romane geschrieben haben. Aber sie haben ihre freie Zeit geopfert und haben sich auf ihren Hintern gesetzt und geschrieben. Wieder Andere nahmen bittere Armut in Kauf, um ihr Projekt weiter zu verfolgen. Aber immer war Unzufriedenheit mit dem Status quo der Antrieb, sich zu verändern.

Wo liegt Deine Demotivation?

Und wo liegt die Motivation begraben? Wenn Du Dich heute demotiviert fühlst, was könnte Dich motivieren? Welches Projekt wartet darauf, dass Du Dich ihm mit voller Motivation widmest.

Sei kein Opfer der Umstände

Viele Menschen sind der Meinung, dass sie Opfer ihrer Umstände sind. Dass sie nichts verändern können, weil….. (hier jede Ausrede einsetzen, die auch Du schon einmal gebraucht und die Du von anderen gehört hast).

Aber wenn nicht jetzt, wann dann?

Eines kann ich mit Nachdruck behaupten: Auf dem Sterbebett ist es zu spät. Zehn Jahre Arbeit mit Sterbenden haben mir gezeigt: Die meisten Menschen bereuen nicht, was sie getan, sondern die Dinge, die sich unterlassen haben. Aber in dem Moment, in dem diese Erkenntnis dann reift, auf dem Sterbett, ist es (zumindest für dieses Leben) definitiv zu spät.

Ich gehe sogar so weit, dass ich Properz zitieren möchte:

„In magnis et voluisse sat est!“ (In den großen Dingen genügt es auch, gewollt zu haben)

Es ist nämlich immer noch besser, es probiert zu haben, auch wenn es schlussendlich nicht erfolg war. Aber es nicht einmal probiert zu haben, ist das Schlimmste.

 

 

Die Bedeutung der Nische

Die meisten von uns können sehr viel – viel zu viel.

Wenn wir mit einer Idee auf den Markt gehen und uns dort einen Platz schaffen wollen, dann gibt es nur eines: Wählen wir eine Nische!

Die Bedeutung der unternehmerischen Nische

In einer Nische – und mag sie noch so klein sein – können wir uns mit geschicktem Marketing sehr rasch in eine Expertenposition begeben. Es gibt von jedem Gebiet tausend Untergebiete. Eines davon ist unsere Nische.

Ein paar Beispiel für Nischen und Nischenmarketing

Angenommen, Du bist Friseurin. Wenn Du alles anbietest von der Färbung bis zur Dauerwelle, dem modischen Kurzhaarschnitt….etc. bist Du eine Friseurin von vielen. Und Du bist austauschbar. Das Ende vom Lied ist, dass Du Dich über den Preis vermarkten musst. Viel Friseurleistung für wenig Geld. Das kann nicht Dein Ziel sein. Wenn Du Dich aber auf ein Problem oder einen Wunsch Deiner Kunden spezialisierst, kannst Du Dir einen Namen machen. Vor Kurzem habe ich einen Bericht über einen Friseursalon gesehen, der sich aufs Blondieren spezialisiert hat. DAS ist eine Nische. Oder die Behandlung von Schuppen ist eine Nische. Eine spezielle Schnitttechnik kann auch eine Nische sein…..und, und, und. Und Nischenmarketing ist viel, viel leichter als Du denkst. Da kannst Du praktisch sofort auf die Mundpropaganda setzen. So etwas spricht sich herum und Artikel in den Medien sind Dir umso gewisser, umso ausgefallener und spezieller Deine Nische ist.

Oder wenn Du einen Buchladen hast

Dann kannst Du das tun, was 99% aller Buchläden tun. Du führst von jedem Themengebiet ein paar Bücher, hast noch ein paar Non-Book-Produkte im Angebot und bist somit einer von vielen Buchläden. Austauschbar! Wenn Du Dich stattdessen auf alle Arten von Kinder- und Jugendbüchern oder auf Kochbücher (und vielleicht noch stylische Accessoires aus dem Non-Book-Bereich), oder (echte!) erotische Literatur, oder Esoterik, oder…oder…. spezialisierst, dann kannst Du Dir damit eine Nische schaffen, die tausend Mal lukrativer sein kann. Dann bist Du auch nicht gegen Amazon austauschbar, die blöderweise ein viel größeres Sortiment haben. Denn Du kennst Dich in Deiner Nische aus wie kein anderer. Bei Dir findet man die abgefahrensten Werke, die man ansonsten nie finden würde.

Oder wenn Du Therapeutin bist

Dann kannst Du alles therapieren. Vom Umgang mit der doofen Schwiegermutter über Ehekrisen bis zur schweren Psychopathologie. So wie alle anderen Therapeutinnen auch. Oder Du spezialisierst Dich auf einen Bereich und bietest hier Lösungswege an, die man bei keinem anderen Therapeuten in der Bandbreite finden kann.

Das sind nur drei von ungefähr drei Milliarden Beispielen (okay, vielleicht übertrieben – aber Du weißt, was ich meine).

Schau Dir Deine Branche mal an und überlege Dir, wo genau Du eine Nische finden kannst, in der Du Dir so viel Spezialwissen aneignen kannst, dass Dir niemand
Anderer das Wasser reichen kann.

Und hab keine Angst, dass die Nische zu klein ist. Aus meiner Sicht gibt es keine Nische, die auch nur annähernd zu klein ist um einen Anbieter auszulasten.

Was tun, wenn die Aufgabe überwältigend erscheint?

Ein Projekt beginnen

Gerade, wenn man sich selbständig machen möchte, kann es passieren, dass die Fülle an Aufgaben, die auf einen zukommen, überwältigend erscheinen.

Selbst wenn man bereits selbständig ist, kann es passieren, dass man ein Projekt zusagt, und dann feststellt, dass es einfach nicht gelingen will, einen Anfang zu finden.

Wie kann man einen Anfang finden?

Dazu muss man erst einmal definieren, was der richtige Anfang ist. Wenn man etwas tut, das man bisher noch nie getan hat, dann weiß man meist gar nicht, wo der Anfang versteckt sein könnte. Da gibt es mehrere Strategien:

1. Man fragt jemanden, der ein ähnliches Projekt schon durchgezogen hat

Das ist meist eine gute Sache, allerdings muss man auch hier beachten, dass Menschen verschieden sind und verschiedene Herangehensweisen haben. Was für den einen klar und schlüssig erscheint, kann den anderen verwirren. Daher gibt es noch eine weiter Möglichkeit:

2. Einfach irgendwo anfangen

Da kann nicht viel schief gehen. Selbst wenn man eines Tages bemerkt, dass man offenbar das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt hat, ist meist nicht so viel passiert. Dann korrigiert man eben nach. Wenn man außer Zeit nichts investiert hat, ist das auch gar nicht so tragisch. Übung macht bekanntlich den Meister. Und aus nichts lernt man besser, als aus den eigenen Fehlern.

Fehlertoleranz üben

Wenn man sich das erste Mal auf die eigenen Beine stellt, dann ist es unumgänglich, dass man Fehler macht. Die Menschen, die ängstlich versucht sind, jeglichen Fehler zu vermeiden, kommen meist gar nicht aus den Pötten. Es ist viel produktiver, das Vorhaben nach dem berühmten Trial and Error Prinzip anzugehen, als jahrelang über möglichen Fehlerquellen zu brüten.

Das Projekt anschauen und einfach irgendwo beginnen

Das kann sein, dass man eine Menge Leute anruft und mit ihnen das Vorhaben bespricht. Oftmals ergeben sich daraus neue Ideen und Kontakte. Oder man schreibt zuerst mal auf, was an formellen Dingen getan werden muss und erledigt diese. Oder man startet eine Recherche und setzt sich einen Termin, wann diese abgeschlossen sein soll.

Das mit dem Termin ist besonders wichtig, da spreche ich aus eigener, leidlicher Erfahrung: Frau kann sich nämlich auch zu Tode recherchieren. Irgendwann ist aber mal gut. Dann kommt der nächste Schritt. Egal welcher, aber der nächste.

Perfektion erst zum Schluss

Je neuer die Herausforderung, je unbekannter das Terrain ist, umso mehr geht es darum, überhaupt etwas zu tun. Die Perfektion, der Feinschliff kommt dann am Ende dran. Wenn man jeden Schritt tausendfach überprüft, verschafft man sich nur Frustrationserlebnisse. Das kommt nicht zuletzt daher, dass man noch nicht genügend Erfahrung hat, überhaupt zu erkennen, wo Perfektion wichtig ist, und wo nicht.

Sich nicht mit den Profis vergleichen

Wenn man sich in diesem Stadium mit Menschen vergleicht, die das, was man gerade vor sich hat, bereits tausendfach erledigt haben und alles Wissen dafür aus dem Ärmel schütteln und vielleicht sogar einen gewaltigen Beraterstab zur Verfügung haben, dann ist es so, wie wenn wir die Gemälde unserer Kindergartenkinder mit der Sixtinischen Kapelle vergleichen. Das sind einfach zwei völlig verschiedene Welten.

Mut zum Anfang

Ein Projekt zu beginnen ist wie ein total chaotisches Kinderzimmer aufräumen. Zuerst würde man gerne rückwärts wieder raus gehen und die Tür schließen. Dann fängt man an Lego von Playmobil zu trennen, die Papierschnipsel aufzusammeln, die Autos und/oder Barbies ins Regal zu stellen, die Bücher wegzuräumen und ehe man sich versieht, nimmt es Form und Kontur an.

Und nichts Anderes ist ein Projekt: Ein Berg Arbeit, der irgendwo begonnen werden muss. Daher wünsche ich: Viel Mut bei jedem neuen Projekt!

 

Ideen, die noch in den Kinderschuhen stecken

Ideen in Kinderschuhen

Wenn wir unsere Ideen begraben, bevor wir ihnen eine Chance gegeben haben, ist das ein Verrat an uns selbst und am Universum.

Wenn eine Idee auftaucht, ist sie wie ein Baby

Und sie braucht häufig viel Zeit, bis sie reif genug sind, um der Welt präsentiert werden zu können. Wir dagegen denken, Ideen müssen sofort wie eine Art Blaupause eines Business-Plans vor uns stehen und sofort umsetzungsreif sein. Aber das ist nicht so so.

Ideen müssen wachsen

Um eine Idee wachsen zu lassen, müssen wir sie hegen und pflegen wie ein Kind. Wir geben ihr ein sicheres Umfeld, lassen sie ruhen, füttern sie mit Information, gehen mit ihr spazieren und eines Tages ziehen wir ihr Schuhe an und lassen sie selbst die ersten Schritte gehen.

Wenn wir Ideen zu früh aufgeben

ist es, als würden wir ein Kind nicht mehr versorgen. Wir entziehen ihr all das, was sie zum Wachsen braucht. Wir umsorgen sie nicht mehr und lassen sie nicht reifen. Das ist schade und auch unheimlich traurig.

Das Umfeld ist oft schnell dabei, die Idee vom Tisch zu wischen

Aber was würden wir tun, wenn jemand so abfällig über eines unserer Kinder spricht? Wir würden denjenigen aus dem Haus schmeißen und wären empört. Aber wenn jemand eine Idee abfällig behandelt, sind wir nur allzu schnell dabei, diesem Menschen Glauben zu schenken und lieber unsere Idee zu opfern, anstatt sie wie eine Löwenmutter zu verteidigen.

Meine eigene, zu Grabe getragene, Idee

Ich hatte vor 30 Jahren eine Idee, die ich vor ungefähr sieben Jahren weiter verfolgt habe. Es handelt sich dabei um ein Outdoor Spielgerät für Kinder. Ich habe Funktionsskizzen anfertigen und einen Prototypen bauen lassen. Die Kinder haben es geliebt und ich war glücklich. Aber ich hatte nicht das Kapital, die Idee weiter zu verfolgen und mehrere Menschen aus meinem Umfeld haben diese Idee enorm abfällig bewertet. Sie nannten sie sogar „Rohrkrepierer“ – was für ein hässliches Wort! Und irgendwann habe ich aufgegeben, mich darum zu kümmern. Vor einigen Tagen habe ich sie wieder ausgegraben, habe sie unvoreingenommenen Menschen gezeigt und durchwegs positives Feedback erhalten Ich bin überzeugt, dass diese Idee ein immenses Potential hat und habe gespürt, wie traurig es mich gemacht hat, diese Idee scheinbar vergessen zu müssen. Und ich bin unsagbar wütend auf diese Menschen, die so selbstherrlich über mein Gedankengut geurteilt haben und ich war wütend auf mich, weil ich auf sie gehört hatte. Aber jetzt bin ich glücklich, dass sie wieder aufgetaucht ist.

Aus meiner Sicht gibt es dazu einen tieferen, spirituellen Aspekt, den ich auf meinem anderen Blog, Helfende Kräfte heute näher ausführen werde.

Vielleicht mögt ihr mal nachdenken, welche Ideen Ihr schon geopfert habt. Vielleicht sind sie ja ebenfalls noch da.

Was, wenn die eigentliche Vision gar keine Geschäftsidee ist?

Gerade in der letzten Zeit begegnen mir viele Menschen, die echte, tiefe Visionen haben. Aber diese Visionen kommen oft nicht wie eine Geschäftsidee daher. Es klingt oftmals nach ehrenamtlicher Tätigkeit oder nach einem Hobby. Das kann die Mutter sein, die sich gerne um andere Mütter und/oder deren Kinder kümmern würde. Und es kann die Frau sein, die sich gerne um alte Menschen und um Arme kümmern würde. Und es kann die Mutter sein, die leidenschaftlich gerne näht (strickt, häkelt, bastelt…etc.) und damit gerne ihr Geld verdienen würde.

Das sind doch keine Geschäftsideen!!!!
Egal, wem sie von ihrer Idee erzählen, wird ihnen sagen, dass ihre Idee zwar nett klingt und sicher auch ganz sinnvoll für die Gesellschaft und die Welt wäre, dass sie damit aber kein Geld verdienen werden. Und ja, das stimmt, auf den ersten Blick sieht es so aus, als könnte man damit kein Geld verdienen.

Der Punkt, an dem die meisten Ideen zu Grabe getragen werden
Genau an diesem Punkt hören viele Menschen auf zu suchen. Sie haben es erkannt: Mit meiner Idee ist kein Geld zu verdienen.
Aber hat die Idee so ein schnelles Ende verdient? Wie könnte es anders aussehen?

Könnte man nicht einfach mal ehrenamtlich oder hobbymäßig beginnen?
Warum macht man nicht genau das, was man gerne machen möchte – nebenher. Bisher macht man auch seinen Job und träumt nebenher von einem anderen Leben. Wie wäre es, wenn man ganz klein anfängt, diese Dinge, die man sehr gerne machen möchte, nun einfach zu tun?

Auch wenn man kein Geld dafür bekommt?!
Ja, es kommt darauf an, die Dinge einfach zu TUN. Wenn es der richtige Weg ist, wird sich ÜBER DAS TUN eine Möglichkeit finden, dass man mit seinem Herzenswunsch Geld verdienen wird.

Nur davon zu träumen, bringt nichts!
Wenn man nur davon träumt, dieses oder jenes zu tun, wird man immer unglücklich sein. Das Leben funktioniert bisher auch, also wird es nur umso besser funktionieren, wenn man einfach mal damit beginnt seine Träume zu leben. Dann kümmert man sich eben erst einmal ehrenamtlich um andere Menschen, oder man näht (oder strickt, häkelt, stickt, bastelt…) so viel man kann und bietet es im Freundes- und Bekanntenkreis an.

Einfach anzufangen ist der Schlüssel!
Wenn man mit dem Herzenswunsch einfach beginnt, öffnen sich Türen, von deren Existenz man früher gar nichts gewusst hat. In dem Moment, wo man anfängt, seinem Herz zu folgen, kommt einem das ganze Universum zu Hilfe.

Was hat man denn zu verlieren?
Und eigentlich hat man doch gar nichts zu verlieren. Selbst wenn es als Geschäftsidee nicht klappen sollte, hat man endlich das gemacht, was man immer machen wollte. Das ist wichtig und im Gehen findet man Wege. Vielleicht sind das ganz andere Wege als die, die man erwartet hat, aber es bewegt sich etwas. Das Leben gewinnt an Freude dazu. Ganz bestimmt.

Was ist Dein Herzenswunsch, den Du Dir bisher versagst, weil er keine mögliche Geschäftsidee ist?
Bei mir ist es das Kochen und das Backen. Am liebsten würde ich den ganzen Tag kochen und backen. Und ich habe damit begonnen, meine Freunde zu bekochen und zu be-backen. Und ich merke, dass ich nach einem Tag in der Küche so glücklich und ausgeglichen bin, wie sonst nie. Und ich bin gespannt, wohin sich das entwickelt. Aber ich spüre, dass der Weg richtig ist.

30 Unternehmensideen Teil 10

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Die Welt zu einem besseren Ort machen

Das klingt vielversprechend, für manche Menschen vielleicht naiv oder romantisierend, aber ich glaube, dass es uns gelingen kann.

Ich glaube, dass wir Menschen es schaffen können, die Armut, den Hunger, die soziale Ungerechtigkeit, die Kriege, die Misshandlungen, das Quälen von Menschen und Tieren zu beenden.

Und wenn Du Dich jetzt fragst, welche Drogen ich heute genommen habe, dann kann ich Dir nur sagen, dass ich mich einfach ein wenig damit beschäftigt habe, wie schön die Welt eigentlich mal gedacht war. Und dann kamen wir und haben uns heraus genommen die Erde zu verletzen, ihre Lebenwesen zu quälen und zu foltern. Warum tun wir das?

Und die elementarste Frage ist: Warum machen dabei so viele Menschen mit, die das im Grunde genommen gar nicht gut finden? 

Wenn ich frage, warum jemand Fleisch aus Massentierhaltung isst, dann bekomme ich oft zur Antwort: „Weil es gut schmeckt“.

Es schmeckt gut? Fleisch, das einmal ein fühlendes Wesen war, das gequält wurde und getötet wurde, schmeckt gut? Nicht ernsthaft, oder?

Wer zu Hause seine Katze liebevoll krault, kann doch nicht dafür sein, dass ein anderes, ebenso süßes und liebevolles Wesen, all diese Torturen auf sich nimmt, weil es anschließend so gut schmeckt! Das geht nur, weil die Menschen an diesen Punkten ihr Herz verschließen. Und so geht es weiter. Ein Billig-T-Shirt kann sich nicht gut tragen, wenn man weiß, dass das Elend von Menschen dran klebt. Genau so wenig kann eine Schokolade, der kein fairer Handel zugrunde liegt, bekömmlich sein.

Okay, wo bleibt die Unternehmensidee?

Ich denke, wir sollten uns alle überlegen, wie wir Sozial-Unternehmer werden. Ich vermute, dass Social-Entrepreneurship in Zukunft das einzig probate Werkzeug sein kann.

Und wie verdient man damit Geld?

Das ist eine berechtigte Frage und kann sicher nicht pauschal beantwortet werden. Darüber möchte ich in den nächsten Folgen nachdenken. Die erste Frage ist für mich: Wie kann man die Not auf diesem Planeten lindern?

Das Thema das heutigen Tages lautet:

Überlegt, wie Ihr Sozial-Unternehmer werden könnt. Wo könnt Ihr – jeder von Euch – die Welt ein wenig besser machen? Und wie könnt Ihr es so gestalten, dass Ihr davon leben könnt. Ich werde für die nächsten Folgen ein paar Beispiel vorbereiten.

30 Unternehmensideen Teil 9

Die Zielgruppe wechseln 

Viele Geschäftsideen sind im Grunde sehr gut. Sie werden nur bei der falschen Zielgruppe vermarktet. Heute möchte ich dazu aufrufen, einmal darüber nachzudenken, welche Zielgruppen alternativ in Frage kommen könnten.

Beispiel 1:

Du gibst Yoga-Kurse und kennst Dich mit Stress-Management aus. Oder Du machst geführte Phantasie-Reisen und lehrst Entspannungstechniken. Bisher hast Du ein paar private Kunden wöchentlich, die zu Deinen Kursen kommen. Als Unternehmen wagst Du Deine Aktivität nicht zu bezeichnen. Es ist eher ein Hobby, das Dir ein paar Euro einbringt. Leider musst Du diese paar Euro meist dazu verwenden, die Flyer für den nächsten Kurs zu drucken. An Preiserhöhung wagst Du gar nicht zu denken, weil Deine paar Kunden jetzt schon stöhnen. Kennst Du das?

Idee:

Wie wäre es, wenn Du Deine Dienstleistung an Unternehmen anbietest? Gerade derzeit boomt die betriebliche Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter. Gerade die Themen Burnout und Burnout-Prophylaxe sind brandheiß. Geschäftskunden sind darüber hinaus bereit, deutlich mehr zu bezahlen, da sie die Kosten meist steuerlich absetzen können. Du könntest eine viel breitere Basis für Dein Angebot schaffen. Denke mal darüber nach, welche Betriebe in Deinem Umfeld dafür in Frage kommen könnten.

Beispiel 2:

Du gibst Theaterunterricht für Kinder. Du hast eine fundierte Ausbildung darin, wie Kinder (Menschen) ihr schauspielerisches Potential ausleben können. Aber die Förderungen dafür zu erlangen ist mühsam und die Eltern wollen wenig bis gar nichts dafür bezahlen. Allein über die Eintrittspreise rechnet sich das Ganze auch nicht.

Idee:

Könntest Du das nicht ebenfalls in Unternehmen anbieten, damit die Mitarbeiter lernen zu kommunizieren, flexibler werden in ihren Möglichkeiten des Ausdrucks, sich ihrer Wirkung auf Kunden und Kollegen bewusst werden?

Allgemein:

Wenn Du Dir Deine Tätigkeit und Deine Zielgruppe anschaust, fallen Dir vielleicht weitere Zielgruppen ein, für die Dein Angebot von Interesse sein könnte?