Demotivation als Anschubkraft

Ja, richtig gelesen.

Demotivation als Anschubkraft ist nur ein scheinbarer Widerspruch. Denn wo sich heute Demotivation breit macht, muss ja irgendwann einmal Motivation gewesen sein.

Sich dem Gefühl der Demotivation stellen

Gerade jetzt, wenn die Sonne wieder scheint (okay, heute nicht), haben viele Menschen das Gefühl, vollkommen demotiviert zu sein, das zu tun, was sie zum Broterwerb tun müssen. Viel lieber würde man doch mit den Kindern ins Schwimmbad gehen. Stattdessen fährt man in Büros, die geprägt sind von schweißtreibenden Gemeinheiten von Architekten (ich meine Glasfronten), die teilweise nicht einmal zu verdunkeln sind.

Man versucht, trotz des gleisenden Sonnenlichts die Buchstaben auf dem Bildschirm zu entziffern und übt sich darin, die Hitze möglichst zu ignorieren.

Wenn man nicht gerade zur Berufsgruppe der Lehrer gehört, kommt zusätzlich noch das Betreuungsproblem für die Kinder auf einen zu.

Was hat das nun mit Demotivation als Anschubkraft zu tun?

Das möchte ich gerne weiter ausführen. Diese Momente, in denen einen bewusst wird, dass man eigentlich wie ein Lemming dem tagtäglichen Trott folgt, sind wunderbare Momente, sich zu überlegen, ob man nicht aus dem Strom ausscheren möchte.

Ja, und viele denken jetzt: „Ach, das ist einfacher gesagt, als getan.“ Genau! Das stimmt! Natürlich ist es einfacher gesagt (der geschrieben) als getan. Aber am Anfang steht der Wunsch. Dem Wunsch folgt der Gedanke. Dem Gedanken folgt die Vision, Der Vision folgt der Plan. Dem Plan folgt die Handlung.

Ein Schritt nach dem anderen

Es geht nicht darum, heute oder morgen, oder spätestens am Montag das Handtuch zu werfen. Sondern es geht darum, das leidige Gefühl der Demotivation, das Gefühl des Ausgeliefertseins einmal bewusst wahrzunehmen. Daraufhin kann man träumen, dann kann man noch mehr träumen, dann kann man Ideen sammeln, dann kann man Pläne schmieden….Und vielleicht, eines Tages, geht man zur Umsetzung.

Sein Leben neu zu denken ist ein Prozess

Wenn man beginnt sein Leben neu zu denken, setzt man Prozesse in Gang. Sobald man einmal die nagende Stimme im Inneren erhört, ihr Raum und Zeit zugestanden hat, passiert etwas. Plötzlich kommt ein Puzzleteil nach dem anderen ins Spiel und Möglichkeiten tun sich auf.

Sein berufliches Leben zu verändern ist kein Spaziergang

Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Wenn man sich entschlossen hat, niemals mehr etwas zu tun, was man nicht mit ganzem Herzen tun möchte, kommt nicht unbedingt zuerst der große Durchbruch. Das passiert nur ganz wenigen Menschen. Ich kennen keinen. Was zuerst kommt, ist ein Herumeiern, ein Suchen, ein Ausprobieren, ein Scheitern, ein neuer Versuch, ein kleiner Erfolg, dann lange nichts, dann wieder ein kleiner Erfolg, dann wieder ein Rückschlag….usw.

Aber das ist normal. Und wenn man sich die Erfolgsgeschichten vieler großer Menschen anschaut, dann hat diese Phase oft zehn oder noch mehr Jahre gedauert. Für die Öffentlichkeit wirkte es dann oft wie ein Erfolg über Nacht. Die lange Zeit davor hat ja niemand wahrgenommen.

Was haben erfolgreiche Menschen gemeinsam?

Erfolgreiche Menschen haben eines gemeinsam: Sie haben ein Ziel, eine Vision. Sie hatten eines Tages den Mut, den ersten Schritt zu tun um dieses Ziel zu verfolgen. Sie haben sich nicht von Misserfolgen, Rückschritten und Schwierigkeiten aufhalten lassen. Sie sind ihrem Ziel gefolgt, auch wenn es unbequem war. Sie sind ihren Weg gegangen, auch wenn sie oft Hohn und Spott ihrer Umgebung ertragen mussten.

Und eines Tages kam der Durchbruch

Eines Tages wurde das Manuskript von einem Verlag veröffentlicht und wurde zum Bestseller. Eines Tages haben sie einen Weg gefunden, ihre Erfindung zu produzieren. Eines Tages wurde ihre Methode erfolgreich. Eines Tages…….

Demotivation als erster Schritt

Aber bis dieser lang ersehnte erste Tag gekommen war, waren viele kleine Einzelschritte notwendig. Erfolgreiche Menschen waren auch eines Tages an dem Punkt, an dem sie die Entscheidung treffen mussten, sich ihrem Ziel zu widmen. Oftmals haben sie das neben ihrem Brotberuf gemacht. Die meisten Schriftsteller waren Vollzeit erwerbstätig, während sie ihre ersten Romane geschrieben haben. Aber sie haben ihre freie Zeit geopfert und haben sich auf ihren Hintern gesetzt und geschrieben. Wieder Andere nahmen bittere Armut in Kauf, um ihr Projekt weiter zu verfolgen. Aber immer war Unzufriedenheit mit dem Status quo der Antrieb, sich zu verändern.

Wo liegt Deine Demotivation?

Und wo liegt die Motivation begraben? Wenn Du Dich heute demotiviert fühlst, was könnte Dich motivieren? Welches Projekt wartet darauf, dass Du Dich ihm mit voller Motivation widmest.

Sei kein Opfer der Umstände

Viele Menschen sind der Meinung, dass sie Opfer ihrer Umstände sind. Dass sie nichts verändern können, weil….. (hier jede Ausrede einsetzen, die auch Du schon einmal gebraucht und die Du von anderen gehört hast).

Aber wenn nicht jetzt, wann dann?

Eines kann ich mit Nachdruck behaupten: Auf dem Sterbebett ist es zu spät. Zehn Jahre Arbeit mit Sterbenden haben mir gezeigt: Die meisten Menschen bereuen nicht, was sie getan, sondern die Dinge, die sich unterlassen haben. Aber in dem Moment, in dem diese Erkenntnis dann reift, auf dem Sterbett, ist es (zumindest für dieses Leben) definitiv zu spät.

Ich gehe sogar so weit, dass ich Properz zitieren möchte:

„In magnis et voluisse sat est!“ (In den großen Dingen genügt es auch, gewollt zu haben)

Es ist nämlich immer noch besser, es probiert zu haben, auch wenn es schlussendlich nicht erfolg war. Aber es nicht einmal probiert zu haben, ist das Schlimmste.

 

 

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