Archiv für den Monat Mai 2014

Demotivation als Anschubkraft

Ja, richtig gelesen.

Demotivation als Anschubkraft ist nur ein scheinbarer Widerspruch. Denn wo sich heute Demotivation breit macht, muss ja irgendwann einmal Motivation gewesen sein.

Sich dem Gefühl der Demotivation stellen

Gerade jetzt, wenn die Sonne wieder scheint (okay, heute nicht), haben viele Menschen das Gefühl, vollkommen demotiviert zu sein, das zu tun, was sie zum Broterwerb tun müssen. Viel lieber würde man doch mit den Kindern ins Schwimmbad gehen. Stattdessen fährt man in Büros, die geprägt sind von schweißtreibenden Gemeinheiten von Architekten (ich meine Glasfronten), die teilweise nicht einmal zu verdunkeln sind.

Man versucht, trotz des gleisenden Sonnenlichts die Buchstaben auf dem Bildschirm zu entziffern und übt sich darin, die Hitze möglichst zu ignorieren.

Wenn man nicht gerade zur Berufsgruppe der Lehrer gehört, kommt zusätzlich noch das Betreuungsproblem für die Kinder auf einen zu.

Was hat das nun mit Demotivation als Anschubkraft zu tun?

Das möchte ich gerne weiter ausführen. Diese Momente, in denen einen bewusst wird, dass man eigentlich wie ein Lemming dem tagtäglichen Trott folgt, sind wunderbare Momente, sich zu überlegen, ob man nicht aus dem Strom ausscheren möchte.

Ja, und viele denken jetzt: „Ach, das ist einfacher gesagt, als getan.“ Genau! Das stimmt! Natürlich ist es einfacher gesagt (der geschrieben) als getan. Aber am Anfang steht der Wunsch. Dem Wunsch folgt der Gedanke. Dem Gedanken folgt die Vision, Der Vision folgt der Plan. Dem Plan folgt die Handlung.

Ein Schritt nach dem anderen

Es geht nicht darum, heute oder morgen, oder spätestens am Montag das Handtuch zu werfen. Sondern es geht darum, das leidige Gefühl der Demotivation, das Gefühl des Ausgeliefertseins einmal bewusst wahrzunehmen. Daraufhin kann man träumen, dann kann man noch mehr träumen, dann kann man Ideen sammeln, dann kann man Pläne schmieden….Und vielleicht, eines Tages, geht man zur Umsetzung.

Sein Leben neu zu denken ist ein Prozess

Wenn man beginnt sein Leben neu zu denken, setzt man Prozesse in Gang. Sobald man einmal die nagende Stimme im Inneren erhört, ihr Raum und Zeit zugestanden hat, passiert etwas. Plötzlich kommt ein Puzzleteil nach dem anderen ins Spiel und Möglichkeiten tun sich auf.

Sein berufliches Leben zu verändern ist kein Spaziergang

Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Wenn man sich entschlossen hat, niemals mehr etwas zu tun, was man nicht mit ganzem Herzen tun möchte, kommt nicht unbedingt zuerst der große Durchbruch. Das passiert nur ganz wenigen Menschen. Ich kennen keinen. Was zuerst kommt, ist ein Herumeiern, ein Suchen, ein Ausprobieren, ein Scheitern, ein neuer Versuch, ein kleiner Erfolg, dann lange nichts, dann wieder ein kleiner Erfolg, dann wieder ein Rückschlag….usw.

Aber das ist normal. Und wenn man sich die Erfolgsgeschichten vieler großer Menschen anschaut, dann hat diese Phase oft zehn oder noch mehr Jahre gedauert. Für die Öffentlichkeit wirkte es dann oft wie ein Erfolg über Nacht. Die lange Zeit davor hat ja niemand wahrgenommen.

Was haben erfolgreiche Menschen gemeinsam?

Erfolgreiche Menschen haben eines gemeinsam: Sie haben ein Ziel, eine Vision. Sie hatten eines Tages den Mut, den ersten Schritt zu tun um dieses Ziel zu verfolgen. Sie haben sich nicht von Misserfolgen, Rückschritten und Schwierigkeiten aufhalten lassen. Sie sind ihrem Ziel gefolgt, auch wenn es unbequem war. Sie sind ihren Weg gegangen, auch wenn sie oft Hohn und Spott ihrer Umgebung ertragen mussten.

Und eines Tages kam der Durchbruch

Eines Tages wurde das Manuskript von einem Verlag veröffentlicht und wurde zum Bestseller. Eines Tages haben sie einen Weg gefunden, ihre Erfindung zu produzieren. Eines Tages wurde ihre Methode erfolgreich. Eines Tages…….

Demotivation als erster Schritt

Aber bis dieser lang ersehnte erste Tag gekommen war, waren viele kleine Einzelschritte notwendig. Erfolgreiche Menschen waren auch eines Tages an dem Punkt, an dem sie die Entscheidung treffen mussten, sich ihrem Ziel zu widmen. Oftmals haben sie das neben ihrem Brotberuf gemacht. Die meisten Schriftsteller waren Vollzeit erwerbstätig, während sie ihre ersten Romane geschrieben haben. Aber sie haben ihre freie Zeit geopfert und haben sich auf ihren Hintern gesetzt und geschrieben. Wieder Andere nahmen bittere Armut in Kauf, um ihr Projekt weiter zu verfolgen. Aber immer war Unzufriedenheit mit dem Status quo der Antrieb, sich zu verändern.

Wo liegt Deine Demotivation?

Und wo liegt die Motivation begraben? Wenn Du Dich heute demotiviert fühlst, was könnte Dich motivieren? Welches Projekt wartet darauf, dass Du Dich ihm mit voller Motivation widmest.

Sei kein Opfer der Umstände

Viele Menschen sind der Meinung, dass sie Opfer ihrer Umstände sind. Dass sie nichts verändern können, weil….. (hier jede Ausrede einsetzen, die auch Du schon einmal gebraucht und die Du von anderen gehört hast).

Aber wenn nicht jetzt, wann dann?

Eines kann ich mit Nachdruck behaupten: Auf dem Sterbebett ist es zu spät. Zehn Jahre Arbeit mit Sterbenden haben mir gezeigt: Die meisten Menschen bereuen nicht, was sie getan, sondern die Dinge, die sich unterlassen haben. Aber in dem Moment, in dem diese Erkenntnis dann reift, auf dem Sterbett, ist es (zumindest für dieses Leben) definitiv zu spät.

Ich gehe sogar so weit, dass ich Properz zitieren möchte:

„In magnis et voluisse sat est!“ (In den großen Dingen genügt es auch, gewollt zu haben)

Es ist nämlich immer noch besser, es probiert zu haben, auch wenn es schlussendlich nicht erfolg war. Aber es nicht einmal probiert zu haben, ist das Schlimmste.

 

 

Die Bedeutung der Nische

Die meisten von uns können sehr viel – viel zu viel.

Wenn wir mit einer Idee auf den Markt gehen und uns dort einen Platz schaffen wollen, dann gibt es nur eines: Wählen wir eine Nische!

Die Bedeutung der unternehmerischen Nische

In einer Nische – und mag sie noch so klein sein – können wir uns mit geschicktem Marketing sehr rasch in eine Expertenposition begeben. Es gibt von jedem Gebiet tausend Untergebiete. Eines davon ist unsere Nische.

Ein paar Beispiel für Nischen und Nischenmarketing

Angenommen, Du bist Friseurin. Wenn Du alles anbietest von der Färbung bis zur Dauerwelle, dem modischen Kurzhaarschnitt….etc. bist Du eine Friseurin von vielen. Und Du bist austauschbar. Das Ende vom Lied ist, dass Du Dich über den Preis vermarkten musst. Viel Friseurleistung für wenig Geld. Das kann nicht Dein Ziel sein. Wenn Du Dich aber auf ein Problem oder einen Wunsch Deiner Kunden spezialisierst, kannst Du Dir einen Namen machen. Vor Kurzem habe ich einen Bericht über einen Friseursalon gesehen, der sich aufs Blondieren spezialisiert hat. DAS ist eine Nische. Oder die Behandlung von Schuppen ist eine Nische. Eine spezielle Schnitttechnik kann auch eine Nische sein…..und, und, und. Und Nischenmarketing ist viel, viel leichter als Du denkst. Da kannst Du praktisch sofort auf die Mundpropaganda setzen. So etwas spricht sich herum und Artikel in den Medien sind Dir umso gewisser, umso ausgefallener und spezieller Deine Nische ist.

Oder wenn Du einen Buchladen hast

Dann kannst Du das tun, was 99% aller Buchläden tun. Du führst von jedem Themengebiet ein paar Bücher, hast noch ein paar Non-Book-Produkte im Angebot und bist somit einer von vielen Buchläden. Austauschbar! Wenn Du Dich stattdessen auf alle Arten von Kinder- und Jugendbüchern oder auf Kochbücher (und vielleicht noch stylische Accessoires aus dem Non-Book-Bereich), oder (echte!) erotische Literatur, oder Esoterik, oder…oder…. spezialisierst, dann kannst Du Dir damit eine Nische schaffen, die tausend Mal lukrativer sein kann. Dann bist Du auch nicht gegen Amazon austauschbar, die blöderweise ein viel größeres Sortiment haben. Denn Du kennst Dich in Deiner Nische aus wie kein anderer. Bei Dir findet man die abgefahrensten Werke, die man ansonsten nie finden würde.

Oder wenn Du Therapeutin bist

Dann kannst Du alles therapieren. Vom Umgang mit der doofen Schwiegermutter über Ehekrisen bis zur schweren Psychopathologie. So wie alle anderen Therapeutinnen auch. Oder Du spezialisierst Dich auf einen Bereich und bietest hier Lösungswege an, die man bei keinem anderen Therapeuten in der Bandbreite finden kann.

Das sind nur drei von ungefähr drei Milliarden Beispielen (okay, vielleicht übertrieben – aber Du weißt, was ich meine).

Schau Dir Deine Branche mal an und überlege Dir, wo genau Du eine Nische finden kannst, in der Du Dir so viel Spezialwissen aneignen kannst, dass Dir niemand
Anderer das Wasser reichen kann.

Und hab keine Angst, dass die Nische zu klein ist. Aus meiner Sicht gibt es keine Nische, die auch nur annähernd zu klein ist um einen Anbieter auszulasten.

Was tun wir Bedeutsames?

Gestern habe ich einen sehr interessanten Artikel im Newsletter von Förster und Kreuz gelesen, in dem es darum ging, welche von den Dingen, die wir tun, denn wirklich bedeutsam sind.Der Artikel steht hier: Link zum Artikel

Mir hat das sehr zu denken gegeben. Machen wir nicht alle hin und wieder einfach mehr, statt dass wir etwas Bedeutsames machen? Ist nicht ein großer Teil der Aktivität darauf ausgelegt, am Ende des Tages lediglich produktiv gewesen zu sein?

Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr habe ich mich ertappt gefühlt. Auch mir fällt es oftmals leichter mehr, als etwas ganz Anderes – vielleicht Wichtigeres – zu tun.

Denn wenn man sich fragt, was es sein könnte, das die eigene Arbeit bedeutsam macht, kommt man (oder zumindest ich) in eine große Schleife des Nachdenkens.

Was ist bedeutsam?

Aus meiner Sicht es etwas dann bedeutsam, wenn es mir oder anderen Menschen wirklich hilft. Das kann ein Produkt, eine Erkenntnis, ein Mantra…whatever…sein.

Parameter der Bedeutsamkeit

Folgende Parameter der Bedeutsamkeit habe ich für mich persönlich erstellt:

Hilft das, was ich der Welt gebe….

…auch nur einem Menschen, um glücklicher zu sein?

…der Umwelt auch nur ein bisschen?

…um die eine oder andere Träne zu trocknen?

…jemandem, eine für ihn wichtige, Erkenntnis zu finden?

…jemandem, seine Sorgen für einen Moment zu vergessen?

Sicher fallen Dir noch viel mehr Parameter ein.

Und trotz meiner uneingeschränkten Hinwendung zum Thema Bedeutsamkeit, sehe ich auch eine kleine Falle in dem Thema.

Bedeutsamkeit als Falle

Wenn ich jede Idee, jeden Gedanken damit beschwere, dass er bedeutsam sein muss, dann bremse ich mich unter Umständen selbst ein. Manche Gedanken kommen nämlich zuerst einmal ganz bescheiden und unbedeutend daher. Erst wenn man sie weiter denkt, ausfeilt, in einen größeren Kontext stellt, werden sie bedeutsam.

Daher ist mein Fazit:

Ruhig auch mal scheinbar wenig Bedeutsames denken. Aber immer wieder prüfen, wo man in den Morast der Produktivität um ihrer selbst Willen abgeglitten ist.

Monatliche Zäsur

Ich finde es spannend, wenn man seine eigene Tätigkeit und Produktivität monatlich einer Zäsur unterzieht. Wo geht man ohne große Motivation die ausgetretenen Pfade, weil es bequem ist? Wo könnte man mit ein wenig Veränderung der Sache Bedeutung verleihen? Wo könnte man vielleicht sogar einen ganz neuen Gedanken zulassen?

 

Die Angst zum Freund machen

Manchmal tritt etwas in unser Leben, vor dem wir uns fürchten. Oftmals handeln wir dann aus dem gewohnheitsmäßigen Fluchtreflex heraus. Wir verdrängen oder flüchten vor der Situation.

Dabei ist die Angst ein sehr kraftvolles Potenzial.

Wenn wir es schaffen, nicht sofort unseren Reflexen zu verfallen, kann uns die Angst dahin geleiten, wohin wir schon immer wollten, aber aus Trägheit nicht gegangen sind.

Was passiert, wenn wir Angst haben?

Unser Körper schüttet eine Menge Adrenalin aus. Normalerweise verwenden wir dieses dann, um die Beine unter die Arme zu nehmen und zu rennen. Das ist in akut bedrohlichen Situationen auch oft eine gute Wahl.

Aber die wenigsten Situationen in unserem Leben sind so akut bedrohlich, dass wir sofort wegrennen müssen.

Wenn wir kurz innehalten und schauen, was die Alternative sein könnte, dann kommen wir schnell an den Punkt, dass diese Angst ein riesiges Potenzial in uns frei legt.

Wie können wir also vorgehen?

1. Stellen wir uns der Angst

2. Entwerfen wir eine Strategie. Wie können wir die Angst nicht nur für dieses Mal besiegen, sondern uns für die Zukunft unglaublich viel stärker machen? Was braucht es dazu?

3. Suchen wir uns einen Mentor. Wer könnte uns auf diesem Weg helfen? Wen kennen wir, der uns begleiten kann?

4. Gehen wir diesen Weg. Auch und gerade dann, wenn er unbequem ist. Die bequemen Wege führen uns nirgendwo hin. (Doch auf die Couch, aber da ändert sich selten was!)

5. Starren wir nicht auf das Ende des Weges wie das Kaninchen auf die Schlange, sondern gehen wir jeden Schritt voll bewusst.

6. Achten wir darauf, was uns im Verlauf dieses Weges noch begegnet.

Idealerweise geht man einen Weg sowohl körperlich als auch spirituell. Wenn wir alle unsere Kräfte bündeln, sind wir zu ungewöhnlichen Taten fähig.

Leider bietet der Alltag uns meist wenig Anregung diesen Weg zu gehen. Solange alles irgendwie funktioniert, sehen wir keine Notwendigkeit. Wir wachsen nicht über uns hinaus.

Daher ist es gut, wenn wir Ausnahmesituationen sehen als das was sie sind: Wege zum Wachstum, zur Veränderung.

Übrigens: Nicht nur Angst, auch Wut, Verzweiflung etc. können gute Motivatoren sein.