Archiv für den Monat Februar 2014

sch***Handy, sch*** Laptop

Eigentlich schreibe ich ja dauernd Lobeshymnen über die Freiberuflichkeit.

Eigentlich meine ich das auch genau so, wie ich das schreibe.

Aber eigentlich habe ich das Gefühl, dass da auch ein gerüttelt Maß Selbstbetrug stattfindet.

Wenn ich die letzten Tage durchgehe, dann muss ich feststellen, dass ich dauernd entweder am Handy oder am Laptop war. Ja, ich hatte auch kurze Zeiten dazwischen, in denen ich mit meinen Kindern gesprochen habe – aber ich war geistig nicht wirklich anwesend. Meine Gedanken waren bei der Email, die ich dringend noch erwartete, waren bei den Texten, die ich wieder nicht zu Ende geschrieben hatte.

Ab heute werde ich da ändern. Wenn die Kinder da sind, ist der Rechner aus. Emails werden frühestens wieder gelesen, wenn die Kleinen im Bett sind. Was ist das für eine blöde Welt, in der Mütter sich hinter ihren elektronischen Kommunikationsmitteln verschanzen.

Montag war ich in Wien und habe in den Öffis eine Menge Mütter gesehen, die ihre Kinder keines Blickes gewürdigt haben – auch nicht bei Fragen. Ich war innerlich voller Empörung! Aber bin ich deshalb besser, weil ich nicht ein Handy- oder Online-Spiel spiele? Macht es für die Kinder einen Unterschied WARUM Mama schon wieder vor dem Ding sitzt? Ich fürchte, nein.

Deshalb werde ich heute ins Bett gehen und das wunderbare Buch „Hands Free Mama“ von Rachel Macy Stafford lesen, das ich mir zur Motivation herunter geladen habe. Bis dahin: Hände und Kopf frei für meine Kinder!

Tue, was du liebst

Wir alle wissen es mehr oder weniger: Wir sollten das im Leben tun, was wir lieben.

Aber handeln wir auch entsprechend? 

Mir ging es viele Jahre so, dass ich einerseits meine berufliche Liebe kannte, aber andererseits nicht so richtig wusste, wie ich es umsetzen sollte. Das Einzige, das funktioniert hat, war: Einfach anzufangen.

Wir haben gelernt, dass wir Business-Pläne machen müssen. Wir müssen genau wissen, wann wir welches Ziel erreicht haben. Wir müssen ein klares Bild vor uns haben. Das ist die Idealvoraussetzung.

Aber manchmal verhindern unsere Blockaden diese genaue Vorstellung

Da hilft nur eines: Anfangen! Einfach jeden Tag das zu tun was man liebt. Und wenn es nur für eine Stunde oder zwei ist. Die wenigsten von uns sind in der Lage einfach alles hinzuschmeißen und ausschließlich das zu tun, was man liebt.

Aber jeder von uns ist in der Lage eine gewisse Zeit am Tag das zu tun, was wir lieben. Und mit der Zeit schwinden die Blockaden von ganz alleine. Wir wachsen quasi in unsere Vision hinein.

Wenn du es liebst zu schreiben, dann warte nicht auf das wild-romantische Haus in Cornwall, das dir ermöglicht in absoluter Einsamkeit 15 Stunden am Tag zu schreiben – sondern schreibe eine Stunde an deinem Küchentisch.

Wenn du es liebst zu nähen, dann warte nicht auf den Tag an dem deine Kinder groß sind und du deinen Job hinschmeißen kannst – sondern nähe drei Mal pro Woche.

Wenn du es liebst Cupcakes zu backen, dann denke nicht über die rechtlichen Bestimmungen einer Cupcake-Manufaktur nach, sondern backe einfach Cupcakes für deine Freunde und Familie.

Wenn du es liebst zu helfen, dann träume nicht davon die Welt zu retten, sondern hilf all den Menschen, die dir begegnen.

Sobald man den ersten Schritt tut, folgen weitere. Der Nebel wirkt sehr dicht, wenn wir in die Ferne sehen. Die nächsten Meter sind aber gut erkennbar. Gehe die nächsten Meter.

Wenn du es schaffst, deine geliebte Tätigkeit in deinen Alltag einzubauen, wirst du einen Weg finden, deine geliebte Tätigkeit zu einem Beruf zu machen. Auch wenn dir der Weg noch gar nicht vor Augen steht.

Überleg dir, was du heute am liebsten tun würdest – und tu es einfach. 

Das Staunen der Kinder

Kinder können staunen. Sie können mit ganz offenem Blick etwas betrachten und sind für Momente völlig an diesem Moment hingegeben.

Wann haben wir das letzte Mal gestaunt? 

Staunen zu können ist eine Gnade. Es holt uns für einen Moment aus dem Alltagsmodus, Wenn wir staunen, sind wir uns bewusst, dass es etwas Größeres gibt, als wir sind.

Worüber können wir staunen?

Genau genommen gibt es fast nichts, worüber man nicht staunen könnte. Die ganze Welt um uns herum ist voller Phänomene, die uns staunen lassen könnten, wenn wir es nur zuließen. Wer versteht denn wirklich, wieso eine Pflanze wächst, wie sie wächst? Wer versteht das Internet bis in seine Tiefen? Wer versteht denn, wie Sprache entstanden ist? Wer versteht das Verhalten von Tieren und deren siebten Sinn? Im ersten Moment sind wir meist versucht zu behaupten, dass wir all diese Dinge verstehen. Einen Teil davon haben wir ja in der Schule gelernt. Aber in Wahrheit kratzt unser Wissen gerade mal die Oberfläche.

Genau genommen wissen wir nicht einmal genau was passiert, wenn sich ein Stück Zucker in einer Tasse Kaffee auflöst und warum dieser dann süß schmeckt.

Wenn wir bereit sind, unser vermeintliches Wissen einmal ganz zur Seite zu stellen und uns auf die großen und kleinen Wunder in unserem Leben konzentrieren, wenn wir die Dinge, die wir meist automatisiert tun, einmal ganz neu zu betrachten lernen, dann kommen wir in den Bereich des Staunens.

Unser abgeklärtes Denken verhindert, dass wir Inspiration und Idee aus ganz Alltäglichem schöpfen. Wenn wir es zulassen, die Dinge aus Kinderaugen zu betrachten, sind wir wahrscheinlich näher an der Wahrheit als mit all unserem vermeintlichem Wissen.

Aristoteles hielt das Staunen für den Beginn der Philosophie. Für Platon war das Staunen überhaupt der Anfang aller Philosophie. Wenn wir im scheinbar Alltäglichen die Wunder der Welt entdecken, sind wir mitten in der Philosophie.

Warum sollten wir uns nicht vornehmen, jeden Tag mindestens einmal zu staunen? 

Über den Sternenhimmel, der uns ein Bild aus längst vergangenen Tagen zeigt

Über die wunderbare Orange, die von Natur aus so mundgerechte Stücke liefert

Über das blütenweiße Papier, das früher mal ein Baum war

Über die Schneeglöckchen, die gerade im Moment aus der Erde schlüpfen

Über Löwenzahn, der selbst Asphalt sprengen kann…..etc.

Es gibt tausend Gründe zu staunen. Wenn wir es verlernt haben sollten, lassen wir doch unsere Kinder unsere Lehrmeister sein. Ersparen wir uns einmal am Tag unsere klugen Erklärungen, sondern lernen wir das Staunen neu von unseren Kindern.

Heute den ersten Schritt wagen

erster Schritt in ein neues Leben

Ich habe heute Morgen darüber nachgedacht, wie viele Menschen heute Morgen zur Arbeit gehen und gar keine Lust dazu haben.

In wie vielen Betten wurde heute Morgen verzweifelt darüber nachgedacht, dass wieder eine ganze Woche vor der Tür steht und bewältigt werden muss.

Und ich bin sicher, dass ganz viele Menschen heute Morgen gewünscht haben, dass sie doch etwas Anderes tun könnten, um damit ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

Warum also nicht heute den ersten Schritt machen?

Denken wir mal darüber nach, was der erste Schritt sein könnte:

Es könnte eine Recherche sein, zu dem Beruf, den man viel lieber ausüben würde

Es könnte eine Recherche nach einem anderen Job sein

Es könnte die erste Recherche zu einer erträumten Selbstständigkeit sein.

Eine Menge kleiner Schritte gibt nach einiger Zeit ein großes Ergebnis

Es geht nicht darum, sofort alles über den Haufen zu werfen. Aber wenn wir jeden Tag ein paar Minuten oder eine Stunde an unserem Ziel arbeiten, haben wir zwangsläufig in ein paar Monaten ein Ergebnis.

Wenn wir nichts tun, bleibt alles so wie es ist

Es wird niemand an der Tür läuten und wird uns eine Lösung unseres Problems auf dem Silbertablett servieren, aber es kann passieren, dass wir durch die Summe der kleinen Schritte schon sehr bald vor einer neuen, besseren Situation stehen.

Nehmen wir doch den heutigen Tag, den Montag, als den ersten Tag eines neuen Lebens an und beginnen wir mit dem ersten winzigen Schritt.

Welcher wird Dein erster Schritt sein?

1% Inspiration – 99% Transpiration

Das hat Thomas Alva Edison gesagt, als er zum Thema „Genie“ befragt wurde.

1% Inspiration 99% Transpiration

Diese kluge Antwort kann man auch auf die Frage nach dem Geheimnis des Erfolges anwenden.

Wenn man von erfolgreichen Projekten in den Medien liest, erhält man den Eindruck, dieser Erfolg sei über Nacht eingetreten. Aus heiterem Himmel!

Worüber meist nicht berichtet wird, ist die lange Zeit davor, in der an der Idee getüftelt wurde.

Erfolg über Nacht ist das Ergebnis langer Vorbereitung

Daher sollte man sich nicht entmutigen lassen, wenn sich Erfolge nur zögerlich, oder anfangs gar nicht einstellen. Wer lange Zeit beharrlich an seinen Dingen dran bleibt, lernt, tüftelt, verbessert und den unbedingten Willen hat, wird mit ziemlicher Sicherheit damit auch Erfolg haben.

Daher: Keine Sorge, wenn Ihr schon seit Jahren an einem Projekt dran seid und es trägt noch keine Früchte. Erfolglos bleibt nur der, der nichts versucht.

Was tun, wenn die Aufgabe überwältigend erscheint?

Ein Projekt beginnen

Gerade, wenn man sich selbständig machen möchte, kann es passieren, dass die Fülle an Aufgaben, die auf einen zukommen, überwältigend erscheinen.

Selbst wenn man bereits selbständig ist, kann es passieren, dass man ein Projekt zusagt, und dann feststellt, dass es einfach nicht gelingen will, einen Anfang zu finden.

Wie kann man einen Anfang finden?

Dazu muss man erst einmal definieren, was der richtige Anfang ist. Wenn man etwas tut, das man bisher noch nie getan hat, dann weiß man meist gar nicht, wo der Anfang versteckt sein könnte. Da gibt es mehrere Strategien:

1. Man fragt jemanden, der ein ähnliches Projekt schon durchgezogen hat

Das ist meist eine gute Sache, allerdings muss man auch hier beachten, dass Menschen verschieden sind und verschiedene Herangehensweisen haben. Was für den einen klar und schlüssig erscheint, kann den anderen verwirren. Daher gibt es noch eine weiter Möglichkeit:

2. Einfach irgendwo anfangen

Da kann nicht viel schief gehen. Selbst wenn man eines Tages bemerkt, dass man offenbar das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt hat, ist meist nicht so viel passiert. Dann korrigiert man eben nach. Wenn man außer Zeit nichts investiert hat, ist das auch gar nicht so tragisch. Übung macht bekanntlich den Meister. Und aus nichts lernt man besser, als aus den eigenen Fehlern.

Fehlertoleranz üben

Wenn man sich das erste Mal auf die eigenen Beine stellt, dann ist es unumgänglich, dass man Fehler macht. Die Menschen, die ängstlich versucht sind, jeglichen Fehler zu vermeiden, kommen meist gar nicht aus den Pötten. Es ist viel produktiver, das Vorhaben nach dem berühmten Trial and Error Prinzip anzugehen, als jahrelang über möglichen Fehlerquellen zu brüten.

Das Projekt anschauen und einfach irgendwo beginnen

Das kann sein, dass man eine Menge Leute anruft und mit ihnen das Vorhaben bespricht. Oftmals ergeben sich daraus neue Ideen und Kontakte. Oder man schreibt zuerst mal auf, was an formellen Dingen getan werden muss und erledigt diese. Oder man startet eine Recherche und setzt sich einen Termin, wann diese abgeschlossen sein soll.

Das mit dem Termin ist besonders wichtig, da spreche ich aus eigener, leidlicher Erfahrung: Frau kann sich nämlich auch zu Tode recherchieren. Irgendwann ist aber mal gut. Dann kommt der nächste Schritt. Egal welcher, aber der nächste.

Perfektion erst zum Schluss

Je neuer die Herausforderung, je unbekannter das Terrain ist, umso mehr geht es darum, überhaupt etwas zu tun. Die Perfektion, der Feinschliff kommt dann am Ende dran. Wenn man jeden Schritt tausendfach überprüft, verschafft man sich nur Frustrationserlebnisse. Das kommt nicht zuletzt daher, dass man noch nicht genügend Erfahrung hat, überhaupt zu erkennen, wo Perfektion wichtig ist, und wo nicht.

Sich nicht mit den Profis vergleichen

Wenn man sich in diesem Stadium mit Menschen vergleicht, die das, was man gerade vor sich hat, bereits tausendfach erledigt haben und alles Wissen dafür aus dem Ärmel schütteln und vielleicht sogar einen gewaltigen Beraterstab zur Verfügung haben, dann ist es so, wie wenn wir die Gemälde unserer Kindergartenkinder mit der Sixtinischen Kapelle vergleichen. Das sind einfach zwei völlig verschiedene Welten.

Mut zum Anfang

Ein Projekt zu beginnen ist wie ein total chaotisches Kinderzimmer aufräumen. Zuerst würde man gerne rückwärts wieder raus gehen und die Tür schließen. Dann fängt man an Lego von Playmobil zu trennen, die Papierschnipsel aufzusammeln, die Autos und/oder Barbies ins Regal zu stellen, die Bücher wegzuräumen und ehe man sich versieht, nimmt es Form und Kontur an.

Und nichts Anderes ist ein Projekt: Ein Berg Arbeit, der irgendwo begonnen werden muss. Daher wünsche ich: Viel Mut bei jedem neuen Projekt!