Ansprüche, die wir Mütter an uns stellen

Wir Mütter möchten am liebsten:

– Geld verdienen und autonom sein

– Zeit für unsere Lieben haben

– Ein schönes Zuhause schaffen

– Uns und unsere Talente verwirklichen

– Und nebenbei die Welt retten

Mütter

Schaffen wir das?

Ich glaube ja, wir schaffen das!

Aber nur, wenn wir zu akzeptieren lernen, dass wir einen Schritt nach dem anderen gehen müssen.

Wenn wir kleine Kinder haben

Je kleiner unsere Kinder sind, desto mehr brauchen sie uns. Natürlich brauchen die Kinder auch ihre Väter, aber ich beschäftige mich eben hauptsächlich mit den Müttern. Und wir retten die kleine Welt unserer Kinder, indem wir Zeit haben, indem wir auf ihre Sorgen und Nöte eingehen und indem wir ihnen ein funktionierendes Wertesystem vorleben. Das ist auch die Zeit, in der wir unsere eigenen Werte hinterfragen und Dinge ausprobieren können, die uns Spaß machen, und die eines Tages vielleicht unseren Lebensunterhalt sichern können. Ich spreche hier von den vielen Möglichkeiten und Unternehmensideen, die wir von zu Hause aus ausprobieren können. Gleichzeitig ist das eine Zeit, in der wir intensiv unser „Nest“ pflegen und unseren Kindern Behaglichkeit schaffen können.

Wenn unsere Kinder größer werden

erweitert sich auch unser Radius. Nun können wir größere Projekte in Angriff nehmen. Wir sind immer noch sehr gefragt in unserer Aufgabe als Mütter, aber wir müssen nicht mehr ständig präsent sein. Wir können mehr Stunden in die Selbstverwirklichung, in den Job investieren. Die Kinder haben vielleicht schon gelernt, dass sie mithelfen, das behagliche Nest zu pflegen.

Wenn unsere Kinder erwachsen sind

haben wir vielleicht einen Beitrag zur Weltrettung geleistet, indem unsere Kinder die sozialen und ethischen Werte verinnerlicht haben und diese auf ihre Art in die Welt tragen.

Ich bin seit genau 30 Jahren Mutter

und begleite insgesamt 4 Kinder im Alter von 30, 26, 9 und 7 Jahren in die Welt und ich sehe, wie meine großen Kinder bereits ihre eigenen sozialen und ethischen Werte in die Welt tragen.

Ich habe als junge Mutter viel mit mir gehadert und gerungen,

weil ich nicht immer einsehen wollte, dass alles im Leben seine Zeit hat. Wir können alles haben und tun, aber nicht immer gleichzeitig.

Und ich glaube, dass das der größte Irrglaube ist, den man uns Müttern immer wieder in den Kopf pflanzt:

Der größte Irrglaube ist, dass wir alles gleichzeitig schaffen müssen!

Gerade wenn wir junge Mütter sind, wird uns suggeriert, dass wir nur gut sind, wenn wir das alles gleichzeitig schaffen. Aber das geht nicht. Viel wichtiger ist, dass wir uns überlegen, was jetzt gerade Vorrang hat.

Prioritäten setzen ist das Geheimnis

Wenn wir denken, dass wir mit einem Baby auf dem Arm zusätzlich zu unseren Mutter- und Haushaltspflichten einen 60-Stunden-Job schaffen müssen und dabei immer noch gut auszusehen haben, dann sind wir in einer Idealvorstellung gefangen, die so einfach nicht existent sein kann. Wir werden dabei über kurz oder lang dadurch vor die Hunde gehen,

Wenn wir aber akzeptieren können, dass wir mit sehr kleinen Kindern auch einen sehr kleinen Aktionsradius haben, der sich aber mit jedem Jahr mehr vergrößern wird, dann können wir viel souveräner agieren und die Zeit mit unseren kleinen Kindern auch viel besser genießen.

In vielen Artikeln und Medienberichten wird ein Bild geschaffen, das uns Müttern einredet, dass die Zeit, die wir mit unseren Kindern verbringen, verlorene Zeit ist.

Wie perfide ist das denn? Die Zeit mit unseren Kindern ist sowohl für uns, als auch für unsere Kinder die wichtigste Zeit in unserem Leben. Berufliche Erfolge sind toll, und die sind auch für Mütter möglich, aber gleichzeitig die Zeit zu Hause so abgewertet zu bekommen, untergräbt in gewisser Weise das System der Familie.

Noch einmal: Natürlich kann man hier statt Mütter auch Väter einsetzen. Diese können das ebenso gut leisten, allerdings ist es in der Realität doch meist so, dass die Familienzeit den Müttern vorbehalten ist.

Ich finde das Bild der Mutter, die ihre gesamte Zukunftsperspektive opfert, wenn sie eine Zeit ihres Lebens der Familie widmet, gefährlich.

Natürlich gibt es Branchen, in denen man nach der Familienzeit nicht mehr gut Fuß fassen kann. Aber sind das die Rahmenbedingungen, die wir uns wünschen?

Was wird an unserem letzten Tag einmal mehr zählen?

Dass wir uns zerrissen haben, zwischen hunderttausend Verpflichtungen oder dass wir die verschiedenen Phasen unseres Lebens wirklich gelebt und genossen haben?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s