Die Bildung unserer Kinder

Ich habe am Wochenende den neuen Film von Erwin Wagenhofer, „alphabet“, gesehen. Nach „we feed the world“ und „let`s make money“ wieder ein Film, der auch den nachdenklichsten Menschen unter uns zum weiteren Nachdenken motiviert.

Wohl dem, der da gerade nicht vor der Wahl der weiterführenden Schule steht. Wir stehen gerade davor. Und wenn ich in den letzten Wochen und Monaten schon das Gefühl hatte, dass ich nicht die optimale Lösung finden kann, so habe ich jetzt das Gefühl, dass es überhaupt keine optimale Lösung gibt.

Im Film wird sehr deutlich, was unser Schulsystem in und mit Kindern anrichtet. Mir war das alles – teilweise – vorher schon klar. Nicht ohne Grund habe ich vor 25 Jahren eine Schulgründungsinitiative ins Leben gerufen. Aber nun stehe ich da, ich tumber Thor, und weiß beim besten Willen nicht, welche der Möglichkeiten, die mit dem kleinsten Zerstörungspotenzial ist,

Was will ich für mein Kind?

Ich will gute Bildung, aber noch viel lieber eine gute Kindheit.,

Ich will, dass mein Kind später gute berufliche Chancen hat, aber ich will noch viel mehr, dass es ein glücklicher Mensch wird.

Ich will, dass mein Kind sein Potenzial leben kann, aber ich will noch viel mehr, dass seine Potenziale nicht zerstört werden.

Welche Dinge werden meinem Kind rückblickend wichtig sein? Wird es mir einmal vorwerfen, dass seine ganze Kindheit nur aus Lernen bestand, oder wird es mir vorwerfen, dass ich es nicht genügend gefördert habe?

Wie kann ich sicher stellen, dass ich immer erkenne, wie es ihm gerade geht? Wann es zu viel wird? Wie kann ich ihm Erfahrungen ermöglichen und auch wieder abbrechen lassen, ohne ihm das Gefühl zu geben, gescheitert zu sein?

Ich habe heute keine Antwort auf meine Fragen. Ich weiß auch, dass ich die Entscheidung nicht meinem Kind aufbürden kann. Wie sollen wir, als Eltern, nun entscheiden, was für unser Kind das Beste ist?

Was können wir darüber hinaus tun, um unseren Kindern auch außerhalb der Schule, wichtige Wissensinhalte auf kindgerechte Weise zu vermitteln? Was können wir tun, dass unser Kind sich an eine erfüllte, fantasievolle Kindheit erinnern kann? Wo können wir Freiräume für Kreativität und selbstbestimmte Kindheit schaffen?

All diese Fragen geistern momentan durch meinen Kopf. Ich habe, in meiner mehr als zehnjährigen Tätigkeit im arbeitsmarktpolitischen Kontext, so viele Menschen erlebt, die nicht an sich glaubten, die nicht glaubten, dass sie auf der Welt sind um etwas Einzigartiges zu schaffen, die keine Ahnung hatten, wie sie ihr Leben zu einem Kunstwerk machen können.

Wie kann ich meine Kinder vor dieser Resignation bewahren?

Wer sich weiter darüber informieren möchte, findet die Details zum Film unter: www.alphabet-derfilm.at

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