Das liebe Geld

Mit Geld ist das immer so eine Sache, die einen reden nicht darüber, weil sie zu wenig haben und die anderen reden nicht darüber, weil sie viel haben. Dazwischen ist nicht viel. 

In Amerika habe ich das anders erlebt. Wenn jemand erzählt hat, was er beruflich macht, war meist die nächste Frage: „Und was verdienst Du dabei?“ Das war legitim und führte nicht zu beschämtem Schweigen. Es war einfach einer von vielen Punkten über die man spricht. 

Hier in Europa wird Geld mystifiziert. Es bekommt dadurch eine Bedeutung, die ihm nicht zusteht. Geld ist nichts anderes als ein Tauschmittel. Menschen sind weder gut noch schlecht, bloß weil sie viel oder wenig Geld haben. 

Geld sagt nichts über den Wert des Menschen aus

Aber die Art und Weise wie Geld uns zufließt, oder auch nicht, sagt etwas darüber aus, was wir über Geld denken. Wenn wir Geld für die Ursache allen Übels halten, wird es nicht in unsere Taschen fließen. Ebenso wenig wird es in unsere Taschen fließen, wenn wir uns (und somit unsere Leistung) zu gering einschätzen. 

Wenn wir dem Geld nachlaufen, läuft es uns davon

Aber wir machen wir das, dass es uns entgegen kommt? Wie schaffen wir es, selbst in Zeiten wo wir nur mit Müh und Not unsere Rechnungen bezahlen können, dem Thema Geld gegenüber positiv gestimmt zu bleiben?

Wenn wir uns draußen die Natur betrachten, so herrscht dort ein Überfluss der seines Gleichen sucht. Die Schöpfung hat kein Problem mit Überfluss. Wir Menschen dagegen schon. Ich habe meine Jugend in einer Zeit verbracht, in der das Establishment so ziemlich das letzte war, das man anstreben sollte, wenn man ein integrer Mensch bleiben wollte. 

Das habe ich verinnerlicht. Ob ich das wollte oder nicht. Und selbst wenn mein erwachsener Verstand heute sagt, dass das damals eine Protestbewegung war, so sind viele Sätze aus der damaligen Zeit in meinem Hirn noch aktiv. 

Das heißt für mich, ich muss heute gute Gründe (für mich!) finden, warum ich Geld verdienen möchte. Nicht nur, um einen ethischen Konsum führen zu können, sondern auch um heute die Freiheit zu haben, die ich damals zu haben glaubte. Meine Werte sind in vieler Hinsicht noch die gleichen wie damals, aber meine Lebenswege haben sich verändert. Und so sind sehr viele Glaubenssätze und Muster in uns aktiv. 

Unternehmer sind Ausbeuter

Auch dieser Glaubenssatz ist in vielen Menschen noch zu finden. Die Unternehmer – die da oben – sind Ausbeuter. Sie beuten andere Menschen aus, um sich selbst zu bereichern. Daher gründet man zwar ein Unternehmen, will aber in Wirklichkeit kein Unternehmer sein, weil man sich dadurch zu den Ausbeutern zählen müsste.

Das ist so viel wie: Dusch mich, aber mach mich nicht nass!

Wenn wir für uns den Weg zum Geldfluss finden wollen, ist es höchste Zeit mit den ganzen alten Glaubenssätzen aufzuräumen. 

Welche Sätze sind in Dir aktiv? Was verhindern sie? 

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