Archiv für den Monat September 2013

Die Welt ein wenig besser machen

Viele Menschen, die in diesen Tagen ein Unternehmen gründen, denken nicht nur an den Profit, sondern auch daran, wie sie die Welt ein wenig besser machen können. Das stimmt mich froh. Denn vor wenigen Jahren und Jahrzehnten war es noch so, dass Profit um jeden Preis die einzige Triebfeder im Unternehmertum war. Das hat sich geändert. Wir erkennen immer mehr und immer öfter, dass wir keine Waren wollen, an denen das Blut und die Tränen von ausgebeuteten Erwachsenen und Kindern kleben. 

Leider ist es so, dass wir viele Missstände auf dieser Welt haben. Wir Menschen in den reichen Ländern beuten Menschen in Schwellenländern aus. Und wenn wir dann noch einen Blick darauf werfen, was wir den Tieren antun, indem wir Fleischwaren aus Massentierhaltungen kaufen, ebenso wie Milch und Milchprodukte, dann halten wir das erst in dem Moment auch wirklich aus, wenn wir uns entschlossen haben, aus diesem System auszusteigen. 

Sowieso stellt sich für mich die Frage, wie wir es so lange geschafft haben, unser Herz und unsere Augen vor dem alltäglichen Leid zu verschließen, das wir produzieren, indem wir diese Waren kaufen? Ich schließe jede Wette ab, dass ein Mensch, der einmal eine Massentierhaltung und einen Schlachthof besucht hat, diese Produkte nicht mehr kaufen wird. Wenn wir einmal in den Textilfabriken Bangladeschs und anderer Länder waren, möchten wir kein T-Shirt um 5 € mehr. Wenn wir einmal in den Versuchslaboren der Kosmetikfirmen waren, kaufen wir auch diese Produkte nicht mehr. 

Nur solange wir uns weigern hinzuschauen, können wir es übers Herz bringen, diese Waren in unseren Einkaufswagen zu legen. 

Aber die gute Nachricht ist, dass immer mehr junge UnternehmerInnen alles dran setzen, aufzuzeigen, dass es auch anders geht. Es ist möglich, profitabel zu wirtschaften und sozial zu agieren.

Josef Zotter mit seiner Schokolade ist ein wunderbares Beispiel. Er verwendet überhaupt nur Kakao aus fairem und biologischem Anbau. Auch seine anderen Zutaten unterliegen diesen qualitativen und moralischen Auflagen. 

Und in seinem Schokoladen-Theater kann man einen Film über den Anbau von Kakao schauen und dann die verschiedenen Stadien der Schokoladenproduktion erleben und kosten. 

Deshalb wünsche ich mir, dass immer mehr Menschen erkennen, dass wir alle eins sind. Der Schmerz der Menschen und Tiere ist unser aller Schmerz. Wir können und dürfen die Augen und Herzen nicht verschließen. Konsumieren wir fair und ethisch und gründen wir Unternehmen, die die Welt zu einem besserem Ort machen. Es ist alles da, was wir dazu brauchen. Wir müssen es nur nutzen. 

Aus aktuellem Anlass – carpe diem

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Das Leben ist unglaublich kostbar. Jede Minute, die wir mit unseren Lieben verbringen können, ist ein Geschenk. Allzu oft vergessen wir, dass es sich ganz schnell ändern kann.

Daher: Nutzt Eure Tage, macht etwas aus Eurem Leben. Sagt Euren Lieben jeden Tag, wie wichtig sie sind und wie wundervoll es ist, eine Zeit gemeinsam durch diese schöne Welt zu gehen.

In meinem ganz entfernten Bekanntenkreis hat ein Mann seine Kinder mit in den Tod genommen. Die Mutter bleibt alleine zurück und muss nun mit dieser Gewissheit leben.

Wie oft wird sie sich fragen, was sie alles getan hätte, wenn sie geahnt hätte, dass an diesem letzten Wochenende ihr ganzes Glück ein jähes Ende findet?

So ist das Leben. Keiner von uns weiß, was hinter der nächsten Straßenecke auf ihn wartet. Jeder Moment, den wir im Unfrieden, im Hass, im Zorn verbringen, ist ein verlorener Moment.

Mir machen solche Nachrichten immer wieder bewusst, wie fragil unser Glück ist und wie sehr wir es manchmal mit Füßen treten.

Was bedeutet schon eine zerbrochene Vase, ein kalt gewordenes Abendessen, ein Streit unter Geschwistern. Es ist nicht mehr als eine kleine Unpässlichkeit. Und trotzdem reagiert man oft darauf, als wäre es etwas Wichtiges. Das ist es nicht.

Wichtig ist, in dieser Welt seine Fußabdrücke zu hinterlassen. Und das nicht nur im Sinne der CO2 Bilanz, sondern im Sinne, etwas bewegt und bewirkt zu haben.

In diesem Sinne, heute sehr traurige und betroffene Grüße

Manuela

 

Danke!

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Vergangenen Montag war ich mit den Kindern im Schreibwarengeschäft um die benötigten Dinge für den Schulanfang zu kaufen. Mit Blick aufs Budget schimpfte ich die Kinder mehrmals, wenn sie von Allem den Super-, Mega-, Doppelpack haben wollten und war auch insgesamt etwas unleidlich. Dieses Einkaufen für den Schulanfang überfordert mich jedes Jahr. In einem Geschäft fanden wir für meinen Sohn eine sehr preiswerte Jacke.

Etwas angesäuert fuhr ich danach mit den Kindern nach Wien um sie zum Kunstunterricht zu bringen. Mein Sohn kuschelte sich immer wieder in seine Jacke und sprach dauernd davon, wie gut und wie cool er sich damit fühlte. Wohl bemerkt, es war eine super-preiswerte Jacke aus dem Disconter. Meine Tochter war still und ich hing auch meinen Gedanken nach, während ich die Autobahnkilometer hinter mich brachte. Als wie die Wiener Stadtgrenze erreicht hatten, fragte mich meine Tochter: „Mama, warst du als Kind auch so reich und so froh?“

Ich antwortete: „Nein, das war ich nicht. Bist du denn reich und froh?“ Und sie sagte: „Ja, das bin ich. Ich darf alles machen, was ich möchte. Du fährst mich überall hin und wir haben alles, was wir uns wünschen.“

Ich wischte meine Tränen weg, die mittlerweile reichlich flossen, und mir wurde bewusst, dass sie absolut Recht hatte. Wir haben allen Grund uns reich und froh zu fühlen. Und es war ein unglaubliches Gefühl, mir bewusst zu werden, worüber ich alles dankbar sein konnte:

Über die Möglichkeit da zu wohnen, wo wir wohnen wollen,

über das Glück vier wunderbare, gesunde Kinder zu haben,

über die Weisheit kleiner Kinder,

über meinen Mann, der für uns sorgt,

darüber, dass wir alle gesund sind,

darüber, die Arbeit machen zu können, die ich gerne mache,

über viele liebe Freunde und Bekannte,

über die Sonne, die jeden Morgen aufgeht,

und über tausend weitere Dinge und Umstände.

Und mir wurde bewusst, dass ich – trotz all meiner kleineren und größeren Problemchen – ein wunderbares, ausgefülltes Leben führen darf.

Dafür möchte ich heute einfach DANKE sagen.

Danke an das Universum, an die höhere Macht, an meine Kinder, meinen Mann, meine Freunde, an alle hilfreichen Wesenheiten. Einfach DANKE!