Sich selbst verzeihen und einen gegenwärtigen Platz schaffen

Bei meinen Überlegungen, wie man es schafft, den Schutt über den Träumen und Visionen wegzuräumen, bin ich auf einen Gedanken gestoßen, den ich teilen möchte: Bevor ich in der Lage bin, nach meinen Idealen und Visionen zu suchen, muss ich mich mit dem Ist-Zustand versöhnen.

Nur dann bin ich wirklich frei. Ich muss mir selbst verzeihen, dass ich im Lauf meines Lebens Fehler gemacht habe, wie z.B.

– Chancen nicht richtig genutzt zu haben

– mich mit den falschen Leuten eingelassen zu haben

– nicht immer genügend Energie in Dinge investiert zu haben

– das Unwichtige oft nicht vom Wichtigen unterschieden habe

– manchmal einfach faul und träge gewesen zu sein

– und tausend Dinge mehr

Mir geht es nämlich so, dass ich keinem anderen Menschen gegenüber so nachtragend bin, wie zu mir selbst. Niemanden beurteile ich so herzlos, wie mich selbst. Niemandem trage ich seine Fehler so sehr nach, wie mir.

Erst wenn ich aufhöre, mit mir zu hadern und endlich bereit bin, mir zu verzeihen, kann ich mich auf die Suche nach den Träumen machen. Solange ich mit mir selbst im Unfrieden bin, absorbiert dies meine Energie.

Dieser Unfriede bindet mich an die  Vergangenheit. Da aber die Vergangenheit vorbei und die Zukunft noch nicht da ist, habe ich nur die Gegenwart, um das zu finden, was ich suche. Und aus dem, was in dieser Gegenwart entsteht, entwickelt sich die Zukunft.

Der in vielen östlichen Religionen vertretene Gedanke, im „Hier und Jetzt“ zu sein, ist der Schlüssel zu den eigenen Visionen. Egal was war, egal was sein wird, es geht darum, aus dem jetzigen Moment das Allerbeste zu machen. Die Aufgaben zu übernehmen, die gerade anstehen, die Gedanken zu denken, die für den Moment von Bedeutung sind und das Alte hinter sich lassen.

Und um das zu schaffen, habe ich mich entschlossen – ganz banal – im Außen einen Platz zu schaffen, der mich immer wieder daran erinnert, im „Hier und Jetzt“ zu sein. Ein kleiner Platz an einem Fenster. Nur ein Sessel und ein paar Gegenstände, die mich daran erinnern, dass ich selbst mein bester Freund sein muss, dass ich zu jedem Zeitpunkt so gehandelt habe, wie ich es als richtig erachtet habe. Selbst wenn es (vermeintlich) falsch war, ich wusste es zu diesem Zeitpunkt nicht besser. Auf diesem Platz werde ich nur freundlich zu mir sein. Ich werde die Gegenwart im Bewusstsein haben und keinen Gedanken an die Vergangenheit verschwenden.

So entsteht der Raum, der ermöglicht, nach den Visionen und Träumen zu schauen. Visionen sind Kinder der Freiheit. Sie vertragen sich nicht mit Hader und Selbstvorwürfen. Der Moment der Veränderung liegt im „Hier und Jetzt“.

 

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